Ein Mann sieht rot

Auf ungewöhnliche Weise hat ein Mann am Mittwoch seinen Unmut gegen die Behörden zum Ausdruck gebracht: Mit einem Locher schlug der 45-Jährige auf den stellvertretenden Werkleiter der Verbandsgemeinde Bitburg-Land ein. Dieser erlitt eine Risswunde am Kopf. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Bitburg. (neb) War's ein Schreiben seiner Verwaltung? Eine Mitteilung im Amtsblatt? Oder der Anruf eines Behörden-Angestellten? Irgendetwas jedenfalls muss einen 45-jährigen Mann aus der Verbandsgemeinde Bitburg-Land wohl ordentlich in Rage gebracht haben. So sehr, dass er am Mittwoch kurz vor 12 Uhr das Büro des stellvertretenden Leiters der Verbandsgemeinde-Werke Bitburg-Land, Werner Eppers, aufsuchte - mit einem dicken Umschlag in der Hand. Diesen warf er, ohne viele Worte zu machen, auf den Boden, griff zu dem Locher, der auf dem Schreibtisch stand, und schlug damit auf Eppers ein. Ohne Vorwarnung. "Ich hatte sehr viel Glück", sagt Eppers, der einen Tag nach dem tätlichen Angriff schon wieder an seinem Arbeitsplatz sitzt. Der Locher wiegt immerhin zweieinhalb Kilo - und hätte damit sicherlich noch mehr Schaden anrichten können. Doch der stellvertretende Werksleiter konnte dem Schlag noch ausweichen und erlitt "nur" eine Risswunde am Kopf, die im Krankenhaus mit einem Klammerpflaster verarztet wurde. "Ich habe mich zur Wehr gesetzt und habe laut um Hilfe gerufen", schildert Eppers weiter. Daraufhin flüchtete der Angreifer, ließ aber das Schreiben - mit seiner Adresse darauf - liegen.

Das Kuriose an dem Vorfall: Der Brief war von der Tierseuchenkasse - und hatte gar nichts mit Eppers Behörde zu tun. "Er wird aufgefordert, Angaben zu seiner Viehhaltung zu machen", berichtet Eppers, "dem ist er wohl mehrfach nicht nachgekommen". Eppers kennt seinen Angreifer, hatte aber keinen näheren Kontakt zu ihm. "So was ist mir bislang in meinem Beruf noch nie passiert."

Auch für Klaus Schnarrbach, Pressesprecher der Polizei in Bitburg, ist der tätliche Angriff auf Verwaltungs-Angestellte mit einem Locher neu. Verbale Auseinandersetzungen gebe es dagegen öfter zwischen Behörden-Besuchern und Angestellten. "Ein- bis zweimal im Jahr" komme es auch zu tätlichen Auseinandersetzungen, die aber eher handgreiflich ausgetragen werden.

Den 45-Jährigen erwartet jetzt ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung.