Ein neuer Chef für Petz und Petzi

Ein neuer Chef für Petz und Petzi

Rettung für den Eifelpark Gondorf in Sicht: Es soll einen Investor geben, der ernsthaft an der Übernahme der Freizeitanlage interessiert ist. Zu einer Zusammenarbeit mit dem bisherigen Betreiber Bernd Capellen wird es aber wohl nicht kommen. Capellen hat sich in einem Brief von seinen Mitarbeitern verabschiedet und dabei erneut Vorwürfe gegen die Gemeinde erhoben.

Gondorf. Momentan laufe der Park mit einer Notbesetzung, erklärt Insolvenzverwalter Marc d\'Avoine. Er habe auch bereits einige Bestellungen für Tierfutter freigegeben, fügt d\'Avoine hinzu und betont, dass er das sicher nicht gemacht hätte, wenn er nicht von einer Möglichkeit zur Rettung der Freizeitanlage überzeugt sei. Wer an dieser Rettung allerdings - nach dem derzeitigen Stand - nicht mehr beteiligt sein wird, ist Bernd Capellen selbst.
Anfang des Jahres hatte der Geschäftsführer der Eifelpark GmbH einen Insolvenzantrag gestellt und damit seine Konsequenz aus den seit Jahren bestehenden Unstimmigkeiten mit der Ortsgemeinde Gondorf gezogen. Dabei ging es insbesondere um die Höhe der Pachtgebühren für den Parkplatz (der TV berichtete).
Mehrere Interessenten


Die Geschäfte des Parks führt seitdem Insolvenzverwalter d\'Avoine, der nun zu klären hat, ob das beantragte Insolvenzverfahren tatsächlich eröffnet werden muss oder aber sich ein neuer Betreiber für die Freizeitanlage findet. Es gibt offenbar mehrere Interessenten und darunter auch einen, der laut Insolvenzverwalter konkret infrage komme. Wer es ist, dazu will d\'Avoine derzeit noch nichts sagen, doch scheint eine Zukunft mit Capellen ausgeschlossen. Denn der 62-Jährige, der zunächst erklärt hatte, die Übernahme des Parks durch einen Nachfolger so weit wie möglich zu unterstützen, will nicht mehr. In einem Schreiben an seine ehemaligen Mitarbeiter kündigt Capellen das Ende seiner Aktivitäten in Gondorf an.
Als Gründe für seine Entscheidung nennt er unter anderem, dass ihm die Gläubiger-Bank bislang "kein akzeptierbares Angebot" gemacht habe. Zudem übt Capellen in dem Brief erneut Kritik an der Ortsgemeinde Gondorf. So habe die Gemeinde zwar gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter einen "langfristigen" und "fairen" Pachtvertrag ausgearbeitet, im Nachhinein aber erklärt, dass dieser Vertrag seitens der Gemeinde nur ohne Capellen akzeptiert werde. Grund für diese Entscheidung des Gemeinderats sei die fristlose Kündigung eines in Gondorf lebenden Mitarbeiters gewesen, teilt der ehemalige Geschäftsführer in dem Brief an die Mitarbeiter mit. Laut Schreiben hatte Capellen den Mann entlassen, weil dieser extrem rabiat mit den Bergziegen umgegangen sein soll.
Als "absoluten Quatsch" bezeichnet das hingegen Ortsbürgermeister Otmar Kaufmann, meint damit aber nicht den Kündigungsgrund, sondern den Zusammenhang, den Capellen herstellt. "Was er da für Gründe einbringt, hat gar nichts mit der Sache zu tun", fügt Kaufmann hinzu. Die Gemeinde wäre durchaus zu einer weiteren Zusammenarbeit mit Capellen bereit, sagt der Ortsbürgermeister, doch habe Capellen gewünscht, die Bedingungen des neu ausgehandelten Vorvertrags zwischen Ortsgemeinde und zukünftigem Betreiber auf den bereits bestehenden und noch bis 2014 geltenden Vertrag mit Capellen zu übertragen. Dafür jedoch wäre erneut ein geänderter Beschluss des Gemeinderats notwendig gewesen, was dann wiederum zu Zeitproblemen geführt hätte, sagt Kaufmann. Denn schließlich habe der Betrieb bereits Anfang März, pünktlich zu Saisonbeginn, mit einem neuen Betreiber starten sollen.
Das war auch der Plan von Insolvenzverwalter d\'Avoine, der sich nach wie vor bemüht zeigt, eine Eröffnung des Insolvenzverfahrens und damit möglicherweise auch das Ende des Eifelparks zu verhindern. "Ich halte es unverändert für möglich, dass wir den Park bis spätestens Ende April zur Eröffnung bringen."Meinung

Aufatmen!
Dass sich für den Eifelpark Gondorf eine Lösung abzeichnet, ist Grund zur Freude. Nicht nur in Gondorf selbst, sondern in der ganzen Eifel. Schließlich wäre es mehr als schade, wenn die bei Eifeltouristen wie Einheimischen beliebte Freizeiteinrichtung schließen müsste. Das scheint nun, nachdem es ernsthafte Interessenten gibt, die den Park übernehmen wollen, nicht mehr der Fall. Aufatmen können Ortsgemeinde, Verbandsgemeinde und Kreis aber auch aus einem anderen Grund: Noch schlechter als mit dem bisherigen Betreiber kann die Zusammenarbeit nicht laufen. Dass Bernd Capellen selbst auf der Zielgeraden seines Ausstiegs es nicht lassen kann, die Gemeinde zu beschuldigen, zeigt, wie zerrüttet das Verhältnis ist. Ein stilvoller Abgang geht anders. d.schommer@volksfreund.deExtra

Der Besitzer des Eifelparks Gondorf muss jedes Jahr Geld an die Gemeinde Gondorf zahlen. Das ist so, weil der Park und der Parkplatz auf den Grundstücken der Gemeinde liegt. Der Eifelpark-Chef findet aber, dass die Gemeinde zuviel Geld verlangt und ist jetzt nicht mehr bereit, dass zu zahlen. Deshalb gibt es zwischen dem Park-Chef und der Gemeinde Streit. Der hat dazu geführt, dass der Chef des Eifelparks aufhören will und nun ein anderer Chef gesucht wird. Damit die 400 Tiere, die im Park leben, aber nicht verhungern, bekommen diese in der Zwischenzeit trotzdem Futter. Darum kümmert sich ein sogenannter Insolvenzverwalter. Er hat die Aufgabe, einen neuen Käufer für den Park zu finden. Momentan hat der Park Winterpause. Wenn nun eine neuer Chef gefunden wird, der genug Geld hat, den Park zu kaufen, könnt ihr Ende April mit euren Eltern die Tiere wieder im Eifelpark besuchen. uhe

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