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Ein neues Haus für 465 Prümer Schüler

Ein neues Haus für 465 Prümer Schüler

Der Kreistag hat zugestimmt: Die Kaiser-Lothar-Realschule (RS) plus soll mit Kind und Kegel ins frühere Gebäude der Wandalbert-Hauptschule umziehen. Gleichzeitig können dann die Berufsbildenden Kollegen den bisherigen Realschulbau nutzen. Vorher muss aber kräftig umgebaut werden.

"Wir laufen hier gerade räumlich an die Grenzen" sagt Raoul Roth, Rektor der Realschule plus in Prüm. "Da oben haben wir einfach ein bisschen mehr Spielraum." Da oben - das ist in der Ex-Wandalbert-Hauptschule, auf der anderen Seite der gleichnamigen Straße.
Dazwischen liegt noch die Berufsbildende Schule (BBS), die zurzeit ebenfalls Räume im Wandalbert-Bau nutzt. Das alles soll, so wünschen es Schule, Kreistag und Land, neu sortiert und auseinanderklamüsert werden: Die RS plus wechselt komplett in die Ex-Hauptschule, die BBS bezieht zusätzlich einen Teil der bisherigen Realschule.

Das habe auch "den angenehmen Charme", sagt Kreis-Kämmerer Martin Olinger, "dass die Berufsbildende Schule nicht mehr über die Straße muss". Außerdem spare man Geld, weil man weniger Kosten für Strom, Heizung und Reinigung im RS-Bau haben werde. Zugleich wären dann auch die Kaiser-Lothar-Schüler ganz für sich: gut vor allem die Kleineren, sagt Raoul Roth, denn die hätten dann eine Art Schutzraum.

Nicht, dass sie den unbedingt benötigten. Aber jeder, der mal klein war, dürfte sich daran erinnern, dass es mit den Größeren nicht immer so ganz konfliktfrei abgelaufen ist im Schulalltag. Außerdem, sagt Olinger, sei die Wandalbert-Schule bereits barrierefrei erschlossen, dort ist auch die Mensa für den RS-Ganztagsbetrieb - und sie habe die größte Aula imKreis. Umziehen müssen dann die naturwissenschaftlichen Fachräume der Realschule samt Inventar. Der Brandschutz wird aufgerüstet, ebenso die Gefahrenabwehr (Stichwort Amok-Alarm). Aber auch da fange man nicht bei null an: Die Verbandsgemeinde Prüm, bis zur Reform 2009 Träger der Hauptschule, habe damals bereits in den Brandschutz investiert, sagt Olinger. Nach dem Umzug wird die BBS dann wiederum Räume des Realschulgebäudes nutzen. Wenn auch nicht alle: Die übrigen, sagt Martin Olinger, werde man in Reserve halten. "Wir wissen ja nicht, wieviele Schüler wir in zehn Jahren haben." Fest steht auch bereits, dass die Turnhalle der Realschule saniert wird - energetisch, für etwa 500 000 Euro, bezahlt aus dem kommunalen Investitionsprogramm des Bundes. "Weil der Bund die Hoheit hat über die Energie, aber nicht über die Bildung." Die ist bekanntlich Ländersache. Ziemlich kompliziert alles. Und noch lange nicht verwirklicht: "Das Land muss noch sein Okay geben", sagt Raoul Roth. Denn Mainz wird auch einen kräftigen Anteil an den Umbauten bezahlen, 60 Prozent der förderfähigen Kosten, der Kreis hofft auf rund eine Million Euro aus der Landeshauptstadt.

Im laufenden Jahr soll die Planung ausgeschrieben werden, gebaut wird dann wohl frühestens 2017. Die Kosten für alle Umbauten schätzt man beim Kreis angesichts der bisherigen Erfahrungen mit ähnlichen Einrichtungen auf 3,3 Millionen Euro. Auf den Wandalbert-Bau entfallen davon 1,8 Millionen. Darunter sind für den Brandschutz 1,1 Millionen vorgesehen, für die Sanierung der WC-Anlagen 300 000 Euro, für die Verwaltungsräume 100 000 Euro und für die Fachräume 300 000. Am Gebäude der Realschule kalkuliert die Kreisverwaltung mit knapp 1,4 Millionen Euro, darunter 400 000 für Brandschutz und Unfallverhütung und 200 000 für die barrierefreie Erschließung. Zuerst müsse aber der Bestand der Gebäude genau erfasst werden.
Meinung

Gutes Geld
Erst die Millionen für Umbau und Sanierung am Regino-Gymnasium, jetzt ein ähnlicher Haufen Geld für die Neusortierung der Prümer Schullandschaft in der Wandalbertstraße: gut angelegtes Geld, denn es wird für die Kinder und Jugendlichen ausgegeben. Die sollen nicht nur ordentlich unterrichtet werden, sondern sich auch so wohl wie möglich fühlen. Die geplanten Millionen tragen dazu bei. f.linden@volksfreund.deExtra

Die frühere Wandalbert-Hauptschule Prüm wurde im Zuge der Reform von 2009 der Kaiser-Lothar-Realschule (RS) plus angegliedert. Die RS hat derzeit 465 Schüler. Die Berufsbildende Schule wird von etwa 1150 Schülern besucht. fpl