Ein Ort der Begegnung

Mehrgenerationenhäuser: Für viele sind sie so etwas wie eine Renaissance der Großfamilie, in deren Schoß Jung und Alt gerade in schlechten Zeiten Zuwendung und Geborgenheit finden. Das Bitburger Mehrgenerationenhaus (MGH) in der Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes ist eines von 36 "Häusern der Familie", die in Rheinland-Pfalz bis zum Jahresende entstehen sollen.

Bitburg. Nüchtern definiert es der Kreisverband Bitburg-Prüm des Deutschen Roten Kreuzes (DRK): "Mehrgenerationenhäuser sind gemeinwesenorientierte Anlaufstellen für Menschen jeden Alters, die fördernde Angebote für alle Generationen unter einem Dach bereitstellen." Etwas freundlicher klingt die Formulierung von Bürgermeister Joachim Streit: "Finden was man sucht - in jedem Alter."Buntes Unterhaltungsprogramm

"Fest der Begegnung für Jung und Alt" lautete das Motto der Einweihungsfeier. Generationenübergreifend war das bunte Unterhaltungsprogramm, nach dessen Ende man bei angenehmen Temperaturen, gutem Essen und Trinken noch lange zusammen saß. "Für das DRK, aber auch für die Stadt Bitburg und den Landkreis ist heute ein ganz besonderer Tag", befand Familienministerin Malu Dreyer, "auf das, was Sie hier mit Unterstützung vieler Bürger aufgebaut haben, können Sie wirklich stolz sein". Das Landesprogramm "Häuser für Familien" baue auf dem Bundesprogramm der Mehrgenerationenhäuser auf. Die Aufnahme in das Bundesprogramm als Voraussetzung für die Landesförderung verdeutliche das. Deshalb sei es ein glückliches Zusammentreffen, dass die Bundesregierung ihr Aktionsprogramm parallel zu dem des Landes auf den Weg brachte. "Ich hoffe und wünsche, dass sich das Bitburger Mehrgenerationenhaus zu einem Ort der Begegnung und zu einer Anlaufstelle für Beratung, Unterstützung und Hilfe für Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen entwickelt", schloss die Ministerin.Als Vertreter von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen nahm Hans Matena, Referent für aktive Generationenbeziehungen, an der Eröffnungsfeier teil. Sein Geschenk, ein vom Bundesministerium entworfenes Hausschild, überreichte er gemeinsam mit Landtagsmitglied Michael Billen der Leiterin des Bitburger MGH, Andrea Dahm. Eingehend erläuterte Matena das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser. Notwendig sei es, weil sich bisher selbstverständliche Netze der Unterstützung innerhalb der Familien, der Nachbarschaften oder Gemeindestrukturen auflösen würden. "Wir können und wollen das Rad der Zeit nicht zurückdrehen. Aber wir können die Prinzipien in moderne Formen übertragen", betonte Hans Matena. Billen, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Bitburg-Prüm, erinnerte an die erste Phase der Ausschreibung zum MGH-Aktionsprogramm im Herbst 2006, als zweihundert Häuser ausgewählt wurden: "Unter annähernd tausend anderen fand unsere Bewerbung Berücksichtigung. Das war ein großer Erfolg." Billen informierte auch über die Funktion von LimbourgsGarten, so der offizielle Name des MGH, als solitäre Tagespflegeeinrichtung. Grußworte sprach seine Landtagskollegin Minika Fink."Ich freue mich auf die neue Herausforderung und auf gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten", sagte Andrea Dahm, bevor sie Festgäste und Besucher, Groß und Klein, Alt und Jung, allen voran die Ministerin, zur Hausbesichtigung einlud.