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Ein Ort und seine Geschichte: Das unterirdische Waffenarsenal

Ein Ort und seine Geschichte: Raketenstation Idenheim : Idenheim und das unterirdische Waffenarsenal

Vor 40 Jahren haben die Amerikaner die ehemalige Raketenstation in Idenheim an den deutschen Staat zurückgegeben. Zu Beginn des Kalten Krieges warteten in diesen Bunker Atomwaffen auf die Zündung.

„Betreten des Geländes verboten“, steht auf einem gelben Schild. Ein Stahlzaun versperrt den Weg zur Anlage, besetzt mit Stacheldraht. Eine Überwachungskamera hat das Eingangstor im Blick. Auch 40 Jahre nach Abzug der Amerikaner ist die ehemalige Raketenstation bei Idenheim für die meisten Bürger Sperrgebiet.

1990 haben die US-Streitkräfte den früheren Stützpunkt an die Bundesrepublik zurückgegeben. Danach hat sich dort ein Solarpark und eine „Vertriebsgesellschaft“ für Propangas angesiedelt. Was auch die Sicherheitsvorkehrungen erklärt: denn Propan ist ein leicht brennbares Gas.

Doch noch immer stehen auf dem Grundstück südwestlich des Ortes auch Überreste der militärischen Anlage. Durch das Gitter sind zwei Verwaltunsgebäude zu sehen  und eine Art Bunker, der aus dem hohen Gras herausragt.

Den Amerikanern dienten diese Silos im Kalten Krieg als Abschussanlage für sogenannte „Mace-Raketen“. Der Name, auf Deutsch: Keule, war Programm: Experten zufolge sollen die Waffen über einen nuklearen Gefechtskopf und eine Reichweite von mehr als 1300 Kilometern verfügt haben. Das entspricht etwa der Strecke von Idenheim bis nach Warschau.

Womöglich kein Zufall: Denn die acht Marschflugkörper, die die US-Streitkräfte in den frühen 1960er-Jahren in Idenheim und  in einemähnlichen Stützpunkt in Rittersdorf untergebracht haben, wurden in Schussrichtung Osteuropa und DDR gebracht.

Zur Zündung kam es freilich nie. Bereits 1969 wurde die sogenannte „Launch Site“ stillgelegt. Mit der militärischen Nutzung aber ging es noch eine Weile weiter, bevor die Konversion begann.

Nach Abzug der Atomwaffen nutzten die Amerikaner die Feuerstellung Idenheim als sogenannte Patriot Station, also als Abwehrstellung gegen feindliche Flugkörper. Das heißt: von hier aus konnten Raketen auf Flugzeuge oder gegnerische Raketen abgefeuert werden.

 Vor veschlossenen Türen: Die ehemalige Raketenstation in Idenheim darf nach wie vor nicht von Jedermann betreten werden. Das hat aber andere Gründe als noch zu Zeiten des Kalten Krieges. Foto: Christian Altmayer
Vor veschlossenen Türen: Die ehemalige Raketenstation in Idenheim darf nach wie vor nicht von Jedermann betreten werden. Das hat aber andere Gründe als noch zu Zeiten des Kalten Krieges. Foto: Christian Altmayer Foto: TV/Christian Altmayer
 Vor verschlossenen Türen: Die ehemalige Raketenstation in Idenheim darf immer noch nicht von Jedermann betreten werden. Foto: Christian Altmayer
Vor verschlossenen Türen: Die ehemalige Raketenstation in Idenheim darf immer noch nicht von Jedermann betreten werden. Foto: Christian Altmayer Foto: TV/Christian Altmayer
 Die ehemalige Raketenstation in Idenheim darf immer noch nicht von Jedermann betreten werden.
Die ehemalige Raketenstation in Idenheim darf immer noch nicht von Jedermann betreten werden. Foto: TV/Christian Altmayer
 Vor verschlossenen Türen: Die ehemalige Raketenstation in Idenheim darf immer noch nicht von Jedermann betreten werden. Foto: Christian Altmayer
Vor verschlossenen Türen: Die ehemalige Raketenstation in Idenheim darf immer noch nicht von Jedermann betreten werden. Foto: Christian Altmayer Foto: TV/Christian Altmayer

Schluss war dann erst Jahrzehnte später. Die Patriot-Kompanie zog ab und gab das Terrain frei für die weitere Nutzung. Es bleiben: die steinernen Zeugen einer Zeit, als die Welt fast vor ihrer Vernichtung stand.