Ein Platz entscheidet über die Zukunft einer Stadt!

Ein Platz entscheidet über die Zukunft einer Stadt!

Zu "Ein Platz mit Perspektive'' (TV vom 25.02.2009):

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Der Bitburger Postplatz entscheidet über die Zukunft unserer Stadt, denn er ist der Mittelpunkt. Er ist der Punkt, von dem das pulsierende Stadtleben in die angrenzenden Stadtbereiche getragen werden muss - doch er lebt nicht mehr. Jeder hat seine Meinung, wie der Platz und die umliegenden Areale in Zukunft genutzt werden sollen und wie nicht. Ob das Postgebäude erhalten wird oder nicht. Was bringen da Sondierungsgespräche mit potenziellen Investoren im Vorfeld eines europäischen Investoren-Architekten-Wettbewerbs?

Interessenbekundungen sind - siehe Rautenbergzentrum - immer wirtschaftlicher Natur und stark von der Meinung der Stadtobersten abhängig. Was die Stadt im Zentrum wirklich braucht, wird dabei nur zu selten berücksichtigt. Was Bitburg braucht, ist kein weiteres "Streit-Denkmal", sondern eine funktionierende Innenstadt. Hierzu gehören meiner Meinung nach der Erhalt des Postgebäudes, eine sofortige Belebung und Neugestaltung des Postplatzes, Integration von Gastronomie in das Postgebäude. All dies sollte sofort und in einem ersten Schritt erfolgen. Alle weiteren Schritte wie Einbezug des Areals hinter der Post und der Südschule bis Altes Gymnasium können später erfolgen - wenn die Innenstadt wieder Zeichen von Leben zeigt. Eine Tiefgarage macht nur Sinn in Zusammenhang mit der Erweiterung des Krankenhauses und eines direkten Anschlusses von Krankenhaus und Innenstadt. Unsere Innenstadt braucht eine an die Bedürfnisse angepasste direkte Belebung! Dies werden gezielte Investorengespräche nicht ergeben. Denn diese ausgesuchten Investoren werden die Meinung der Stadt widerspiegeln und nur zur Konsequenz haben, dass nachhaltig denkende Investoren beim Wettbewerb ausgeschlossen werden. Ein europäischer Investoren-Architekten-Wettbewerb muss daher die Frage offen lassen, ob das Postgebäude erhalten oder abgerissen wird. Des Weiteren muss der Wettbewerb auch zulassen, dass sich Investoren Gedanken über die weitere Stadtentwicklung im rückwärtigen Bereich machen dürfen.

Diesbezüglich muss auch die Frage, wo eine Tiefgarage entsteht, den Ideen der Architekten und Investoren überlassen werden. Jedes Architekten-Investoren-Team soll individuell entscheiden können, wie sie sich die weitere Entwicklung des Innenstadtareals vorstellen. Wer einen solchen Wettbewerb gewinnt, entscheiden dann sowieso eine Jury und der Stadtrat. Oder wollen Sie täglich ein Einheitskleid oder einen Einheitsanzug tragen? Fragt sich nur ob von C&A oder Messerich!

Wolfgang Fandel, Architekt, Bitburg-Masholder

Bitburger Postplatz