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Ein Rettungswagen mit Komfort

Erste Hilfe : Ein Rettungswagen mit Komfort

Das Deutsche Rote Kreuz im Eifelkreis hat ein neues Fahrzeug für Arzfeld in Dienst gestellt. Nach und nach sollen alle Rettungswachen mit dem 211 500 Euro teuren „RTW Rheinland-Pfalz“ ausgerüstet werden.

Der neue Rettungstransportwagen (RTW) ersetzt in der DRK-Rettungswache Arzfeld ein Fahrzeug des Baujahrs 2014. „In der Regel ist die Fahrleistung nach sechs Jahren im Einsatz so hoch, dass ein neuer RTW angeschafft werden muss“, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Rainer Hoffmann. In einer kleinen Feierstunde mit geladenen Gästen wird das Fahrzeug am vergangenen Freitag vorgestellt, auch wenn es bereits seit drei Wochen im Einsatz ist.

Es sei schwierig gewesen, einen geeigneten Termin zu finden, erläutert der Kreisgeschäftsführer. „Und wir haben sehr darauf gehofft, dass in der Zwischenzeit keine Beule am Wagen entsteht –  das wäre ja eine schöne Präsentation geworden“ sagt DRK-Präsidentin Monika Fink.

Die neue Fahrzeuggeneration stelle einen Quantensprung in Sachen Komfort und Bedienung dar, sagt Hoffmann. „An der Entwicklung waren auf Landesebene alle Abteilungen eingebunden, die den RTW in Zukunft nutzen werden.“ Neben zusätzlichen Geräten zur medizinischen Überwachung wurde ein Schwerpunkt auf die Entlastung der Rettungssanitäter beim Heben und Tragen der Patienten gelegt. Ein automatisches System ermöglicht es nun, die Trage in den Wagen einzuziehen –  ein Tragestuhl mit integriertem Treppensteiger ist ebenfalls Teil des neuen Konzeptes. Das hat seinen Preis: „Insgesamt wurden 211 500 Euro in das Fahrzeug investiert, davon 136 800 Euro für das Basisfahrzeug und 74 700 Euro für die medizinische Ausstattung“, berichtet Rainer Hoffmann. Zum Vergleich: Der nun ausrangierte RTW habe bei der Anschaffung 2014 rund 127 000 Euro gekostet.

Schrittweise sollen alle DRK-Rettungswachen im Land mit dem Modell „RTW Rheinland-Pfalz“ ausgerüstet werden. Im Efelkreis Bitburg-Prüm hat Arzfeld nun nach Prüm den zweiten Wagen  dieser Generation erhalten. Die Umstellung werde weitere Kosten nach sich ziehen, sagt Hoffmann. „Der neue Rettungswagen ist 4,1 Tonnen schwer, damit müssen rund 75 Mitarbeiter im Kreis, die bisher Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen fahren durften, eine Führerschein-Erweiterung machen.“ Kostenpunkt: „Etwa 110 000 Euro“, berichtet der Geschäftsführer.

Die Einsatzzahlen im Kreis belegen die Notwendigkeit der Neuanschaffung: Um zu jeder Zeit einsatzbereit zu sein, leisten die Notfallsanitäter, Rettungsassistenten und Rettungssanitäter der acht DRK-Wachen im Eifelkreis jährlich rund 200 000 Bereitschaftsstunden.

Mehr als 21 000 Einsätze, davon rund 11 000 Notfalleinsätze haben die DRK-Mitarbeiter im vergangenen Jahr absolviert – dabei sind rund 900 000 Kilometer gefahren worden. Alleine die Rettungswache Arzfeld kommt jährlich auf 1100 Einsätze, davon sind rund 70 Prozent Notfalleinsätze (768). In der Rettungswache Arzfeld sind 16 Mitarbeiter beschäftigt, darunter drei in einer Ausbildung zum Notfallsanitäter. Seit 2018 ist Arzfeld Lehrrettungswache — im gesamten Kreis bildet das DRK aktuell 22 Notfallsanitäter aus.