Ein Ründchen um die Straßenlampe

Ein Ründchen um die Straßenlampe

SCHÜLLER. Die Pläne stehen, die Arbeiter könnten kommen. Was fehlt, ist nur noch der Frühling: Dann wird in Schüller kräftig gebaut.

Schüller, höchstgelegenes Dorf im Oberen Kylltal: 380 Einwohner auf 560 Metern und ein vorige Woche zwar noch kranker, aber in absehbarer Zeit deutlich entspannterer Ortsbürgermeister Stefan Bungartz. Denn im Frühling - wann immer der in diesem Jahr nicht nur kalendarisch beginnt - sollen dort zwei bislang gefährliche Verkehrs-Situationen endlich entschärft werden."Das ist eigentlich nicht zulässig"

Es geht um die Schulbusse, die das Dorf jeden Morgen und Mittag ansteuern und wieder verlassen, sechs Touren sind es pro Tag. Bislang setzen die Fahrzeuge an der Kreuzung in der Dorfmitte vorwärts in die Stadtkyller Straße. Dort sammeln sie die Kinder ein und rollen rückwärts in die Kreuzung zurück, um in Höhe der Kirche den Vorwärtsgang einzulegen und anschließend wieder hinab nach Jünkerath zu brummen - zur Schule, zum Kindergarten oder zum Bahnhof. "Eigentlich ist das gar nicht zulässig, das sage ich offen und ehrlich", bekennt Bungartz. Denn auch wenn in den vergangenen Jahrzehnten nichts passiert sei - zufrieden war der Gemeindechef mit den Rangier-Fahrten nicht: "Das ist manchmal schon kritisch - die Kinder laufen ja doch auch hinter dem Bus herum. Und die Fahrer haben einen großen toten Winkel." Bald wird das geändert sein: Denn die Busse sollen einen Wendeplatz am Dorfgemeinschaftshaus bekommen - mit Wartehaus und Haltestelle. Die ist dabei wichtig: "Dadurch wird der Wendeplatz auch bezuschusst", freut sich der Bürgermeister. Kosten: 55 000 Euro, von denen 44 000 durch Zuwendungen abgedeckt werden. Platz ist vorhanden, auch wenn es um das Gemeindehaus recht eng scheint: "Das haben wir schon ausprobiert", erzählt Bungartz. "Und es klappt. Da steht eine Laterne - und um die herum kann der Bus eine Schleife ziehen." Das "Projekt Buskringel" wird mit dem ebenfalls geplanten Ausbau der maroden Kreisstraße 67 - der Stadtkyller Straße - abgewickelt. Die wird auf 500 Metern erneuert, vom Löschteich am Ortseingang bis zur Kreuzung in der Mitte. Einen Teil der Kosten - insgesamt etwa 500 000 Euro, davon 370 000 getragen vom Kreis - müssen die Anlieger bezahlen: Für einen Bürgersteig und Beleuchtung sind etwa 124 000 Euro veranschlagt. Zwei Drittel entfallen auf die Anlieger, eines auf die Gemeinde, die für diese rund 43 000 Euro einen Zuschuss von 28 600 Euro erhält. Auch die Situation an der Kreuzung von Jünkerather und Stadtkyller Straße soll entschärft werden. Das Problem: Wer von Jünkerath heraufkommt, hat dort Vorfahrt. Allerdings kann man aus Richtung Stadtkyll nahezu geradeaus über die Kreuzung krachen - auch das führt gelegentlich zu Gefahren-Situationen. Künftig sollen die neue Verkehrsführung und Gestaltung deutlich machen, wer durchfahren darf und wer warten muss. Aber, wie gesagt: Erst muss das Wetter besser werden. Weiße Pracht hatten die Schüllerer auf ihrem Berg ohnehin in diesem Winter mehr als genug. Stefan Bungartz: "Man ist das so satt hier - hier ist Schnee ohne Ende."

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