"Ein schicksalhafter Tag"

Mit einer Gedenkveranstaltung hat die Stadt Prüm an die Explosionskatastrophe auf dem Prümer Kalvarienberg vor genau 60 Jahren erinnert. "Dieser Tag muss im Gedächtnis der Stadt immer präsent bleiben", sagte Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy.

Prüm. Zwölf Menschen hat die Explosionskatastrophe auf dem Prümer Kalvarienberg das Leben gekostet, viele wurden verletzt, noch mehr verloren ihre Häuser. In einer Gedenkveranstaltung und zwei Gottesdiensten hat die Stadt Prüm an die Opfer der Katastrophe erinnert. "Dieser Tag wird immer Teil der Prümer Geschichte bleiben", sagte Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy. Das Andenken an die Ereignisse müsse wachgehalten werden. "Aber dieser Tag ist auch eine Mahnung, sich stets für Frieden und Freiheit einzusetzen", sagte Weinandy, die auch ihre Dankbarkeit für die Entwicklung der Stadt in den vergangenen 60 Jahren und den zahlreichen Menschen ausdrückte, die beim Wiederaufbau halfen. Pünktlich zum Jahrestag werde auch das Gedenkkreuz auf dem Berg wieder angestrahlt, "als Erinnerung und Mahnung für die Zukunft."

Der Vorsitzende des Geschichtsvereins Prümer Land, Volker Blindert, wies auf das besondere Schicksal der Stadt hin und verglich die Situation mit einem Boxer. Nach dem ersten Niederschlag am Ende des Kriegs, als die Stadt das erste Mal in Trümmer gelegt wurde, sei nach vier Jahren des mühsamen Wiederaufbaus "an einem schicksalhaften Tag" der zweite Niederschlag erfolgt und Prüm erneut zurückgeworfen worden. "Jeder kann sich vorstellen, wie schwer es ist, sich davon zu erholen", sagte Blindert. Aber die Stadt sei auch dann wieder aufgestanden. "Daher kann man auch mit großem Stolz auf die Prümer zurückblicken, die die Stadt wieder nach vorne gebracht haben."

Für die Gedenkveranstaltung hat Erich Reichertz vom Geschichtsverein einen Film zusammengestellt, der den rund 200 Besuchern der Gedenkveranstaltung die Ereignisse vor Augen führte. Außerdem hat der Verein eine Ausstellung mit Fotos und Dokumenten zusammengestellt, die an die Ereignisse erinnern.

Unter den Gästen fanden sich auch viele Zeitzeugen, die damals direkt betroffen waren. "Die Erinnerung ist immer noch präsent, auch an die, die damals gestorben sind", sagt Lieselotte Güntzer, die damals zwölf Jahre alt war. "Es ist gut, dass dieses Gedenken bewahrt wird und sich so viele dafür interessieren, die es nicht erlebt haben."

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Christina und Volker Krebs mit Querflöte und Klavier.

Ein Teil der Ausstellung des Geschichtsvereins Prümer Land ist ab Samstag, 18. Juli, in der Basilika zu sehen.

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