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Ein "Schiri" nimmt Partei . . .

Ein "Schiri" nimmt Partei . . .

Den Menschen klassische Musik näherzubringen ist das Ziel von Herbert Fandel. Im Mittelpunkt eines bislang einmaligen Projekts steht dabei Modest Mussorgskys Klavier-Zyklus "Bilder einer Ausstellung".

Neuerburg. Wer den Namen Herbert Fandel hört, der denkt zunächst an Gelbe Karten und Elfmeter. Doch der 43-jährige Fußball-Schiedsrichter mit der Lizenz für den großen internationalen Fußball leitet nicht nur Bundesliga-Knüller, sondern auch die Musikschule des Eifelkreises Bitburg-Prüm. Obendrein fungiert er als Konzert-Pianist, allerdings für gewöhnlich eher aus einer kontrollierten Defensive heraus. Aber: Genau auf diesem Sektor möchte Fandel demnächst seine Champions-League-Tauglichkeit beweisen, indem er ein neues Kultur-Projekt anpfeift: Gesprächskonzerte in Schulen der Region. Popularität nutzen

Den Anfang macht Pianist Fandel am Donnerstag, 4. Oktober, um 19.30 Uhr in der Aula des Staatlichen Eifel-Gymnasiums in Neuerburg mit Modest Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung". Dabei bildet das Fandel-Konzert den Abschluss einer Kultur- und Projektwoche innerhalb der Schule, in der sich die Schülerinnen und Schüler diesem Werk des eigenwilligen russischen Komponisten aus der Perspektive der Bildenden Kunst, der Literatur und der Musik nähern. Die Initiative des Kulturprojekts geht von Herbert Fandel selbst aus: "Mir ist es wichtig, Menschen klassische Musik auf verständliche und interessante Weise zu vermitteln. Gerade junge Leute sollen die Musikgeschichte als etwas Faszinierendes und Fesselndes erleben."Auch wenn es ihm nicht so ganz wohl bei dem Gedanken ist, möchte er gleichwohl seine Popularität dazu nutzen, junge Menschen für klassische Musik zu begeistern. "Ich weiß, dass junge Leute darauf abfahren", sagt Fandel und stellt klar: "Ich will das Verknöcherte, das der klassischen Musik anhaftet, aufbrechen." Die Kooperation zwischen dem Leiter der Kreismusikschule und einer allgemeinbildenden Schule soll derweil in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. Für Fandel, in frühen Jahren selbst Schüler des Neuerburger Eifel-Gymnasiums, ist es ein "Herzensanliegen", die erste Zusammenarbeit dieser Art in der Enz-Stadt zu beginnen.Das Kultur-Projekt gilt nach den Worten von Neuerburgs Gymnasial-Direktor Günter Scheiding als eine außergewöhnliche Gelegenheit, den Schul-Alltag für einen Künstler von außerhalb zu öffnen. Es biete den Schülern die seltene Chance, die Kunst eines profilierten Kulturschaffenden persönlich zu erleben, den Dialog mit ihm zu suchen und durch eigene Beiträge selbst beteiligt zu sein. Die Ergebnisse der Schüler-Arbeiten werden zum Teil am Abend präsentiert.Der Eintritt beträgt zehn Euro für Erwachsene und fünf Euro für Schüler, wobei die Schüler des Eifel-Gymnasiums freien Eintritt erhalten. Der Reinerlös der Veranstaltung ist für die Kulturarbeit des Neuerburger Eifel-Gymnasiums bestimmt.