Ein Schmuckstück

BITBURG. (har) Die Adrigstraße hat nicht nur eine lange Geschichte. Sie ist auch ein gelungenes Beispiel für behutsame und gelungene Stadtsanierung.

Der in französischer Zeit gezeichnete Stadtplan nennt für den Bereich der heutigen Adrigstraße die Bezeichnung "Oderig". Der etwa 20 Jahre später von preußischen Vermessungsbeamten vermerkte Name für diese Straße lautet "Aterichgass", teilt das Stadtarchiv Bitburg mit. Für alteingesessene Bitburger ist es auch heute noch die "Oderich". Die Herkunft des Namens ist laut Archiv unklar. Verschiedene Forscher glauben in dem Wort eine Bezeichnung für einen Abfluss oder einen Ablauf zu erkennen. Für das alte römische Kastell war dieses Gelände zwischen römischem Südtor und dem heutigen Krankenhausbezirk durch sein Gefälle ideal, um es als Abflussrinne zu nutzen. "Vielleicht ist die Adrigstraße also dem Namen nach die älteste Bitburger Straßenbezeichnung, die bis in römische Zeit zurückweisen könnte", schreibt das Stadtarchiv. Viel jünger ist der Name, unter dem die Adrigstraße nach dem Zweiten Weltkrieg bekannt war: Deutschherrenstraße. Diese Bezeichnung entstand dadurch, dass die Bitburger während der Besetzung nach dem Zweiten Weltkrieg die Denkmalstraße mieden. Denn dort hatten die Besatzungstruppen aus dem Großherzogtum eine luxemburgische Flagge gehisst. Dies hatte zur Folge, dass Vorbeigehende den Hut vor der Fahne ziehen mussten. Das wiederum missfiel den Eifelern so sehr, dass sie in die Adrigstraße auswichen. Durch die Stadtsanierung der vergangenen Jahre hat Bitburgs Altstadt im Bereich Adrigstraße sich sehr zum Guten entwickelt. Aus dem oft vernachlässigten und nicht mehr zeitgemäßem Hausbestand des Sanierungsgebiets ist ein schmuckes Wohnquartier geworden. Dazu beigetragen hat unter anderem die Neugestaltung des Bereichs rund um die heutige Tourist-Information "Im Graben". Die kommunale Investition in das Gebäude fand viele private Nachahmer.