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Ein Solarpark für alle Bürger

Ein Solarpark für alle Bürger

Es tut sich was im Industrie- und Gewerbezentrum (IGZ) Badem: Hinter der Rettungswache wird kräftig gearbeitet - allerdings nicht für einen neuen Betrieb, sondern für einen 5,4 Hektar großen Solarpark. Das Besondere: Investor ist eine gemeinnützige Stiftung, die Stiftung "Sonne für Badem".

Badem. Eigentlich sollte im 22 Hektar umfassenden IGZ Badem nahe der A 60 Gewerbe angesiedelt werden. Eigentlich. Doch nach wie vor läuft die Vermarktung schleppend. Und zwar derart schleppend, dass immer noch ein Großteil der Fläche ungenutzt ist. Deshalb müssen die beiden Mitglieder des Zweckverbands IGZ Badem, die Ortsgemeinde Badem und die Verbandsgemeinde Kyllburg, jeweils pro Jahr etwa 90 000 Euro draufzahlen.

Da trifft es sich gut, dass die Bundesregierung seit diesem Jahr auch Photovoltaikanlagen auf Freiflächen in Gewerbegebieten fördert. Denn Platz für einen Solarpark gibt es im IGZ reichlich - und so werden derzeit hinter der Rettungswache auf einer Fläche von 5,4 Hektar insgesamt 14 450 Photovoltaikmodule aufgebaut. Die Zeit drängt: Nur, wenn die Anlage bis Ende des Jahres in Betrieb geht, winkt eine Einspeisevergütung von etwa 28 Cent pro Kilowattstunde, danach sind es nur noch 21 Cent.

Das Besondere an dem Bademer Solarpark ist allerdings nicht der zeitlich eng gesteckte Rahmen, sondern der Investor, der hinter dem Projekt steht. Es ist die gemeinnützige Stiftung "Sonne für Badem", gegründet vom Zweckverband IGZ Badem. Ein landesweit einmaliges Konstrukt, denn normalerweise verpachten Kommunen an private Investoren, die die Gewinne aus dem Betrieb der Anlage erwirtschaften. In Badem allerdings hat die Stiftung die Fläche vom Zweckverband gepachtet und lässt derzeit eine Photovoltaikanlage errichten, die jährlich 2418 Megawatt Strom erzeugen soll.

Zur Finanzierung des Vorhabens hat "Sonne für Badem" ein Darlehen in Höhe von 6,4 Millionen Euro aufgenommen. Eine Betreibergesellschaft wird die Anlage von der Stiftung mieten. Dank der Mieteinnahmen wird die Stiftung die Pacht für die Fläche zahlen, Zins und Tilgung für das Darlehen begleichen und Rücklagen bilden können. Die Überschüsse - jährlich etwa 44 500 Euro - fließen an die Stiftung, die sie entsprechend ihres gemeinnützigen Zweckes verwenden muss: Der Gewinn geht damit zu gleichen Teilen an die Ortsgemeinde Badem sowie die VG Kyllburg. Diese wiederum dürfen das Geld ausschließlich für das Gemeinwohl ausgeben, etwa in der Jugend- und Altenhilfe, für Kunst und Kultur, Bildung und Naturschutz. "Eine super Sache, die die Haushalte der VG und die Ortsgemeinde Badem entlastet", betont Bernd Spindler, Bürgermeister der VG Kyllburg. Und Badems Orts-Chef Reinhard Meyer ergänzt: "Ich bin überzeugt, dass das die richtige Lösung ist. Denn es sind die Bürger, die von den Überschüssen profitieren."