Ein Stück Geschichte im Schlosshotel

Ein Stück Geschichte im Schlosshotel

Mit den Orkanen ist ein Stück Antike nach Kronenburg gekommen: Wiebke und Kyrill wüteten 1990 und 2007 so stark, dass sie ein Stück der Römerstraße vom Mittelmeer über Trier nach Köln freilegten. Zu sehen sind mehrere 1,20 Meter hohe Querschnitte des Altertums im Schlosshotel Burghaus in Kronenburg.

Dahlem/Kronenburg. Gäste des Schlosshotels Burghaus in Kronenburg staunen nicht schlecht, wenn sie erfahren, was da im Candle-Light-Restaurant an der Wand hängt: ein Stück Römerstraße aus der Gemeinde Dahlem - mehr als 2000 Jahre alt. Es handelt sich um ein weltweites Unikum, wie der Geologe Michael Veerhoff versichert. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es ein Privathaus, in dem sich ein Bodenbild der Römerstraße befindet.
Wie kommt nun das Stück Römerstraße ins Schlosshotel? Aufgrund zweier Luftbildaufnahmen nach den Orkanen Wiebke (1990) und Kyrill (2007), die den gewundenen Straßendamm im Bereich des Schmidtheimer Forstes zeigten, führten Archäologen des Amts für Bodendenkmalpflege Grabungen durch. Diese ergaben, dass es sich bei dem über 1,50 Meter hohen Damm um ein gut erhaltenes, etwa drei Kilometer langes Teilstück der vom Mittelmeer über Lyon und Trier nach Köln führenden Römerstraße handelt.
Die Gemeinde Dahlem beauftragte den Geologen Veerhoff damit, einen 1,20 Meter hohen und 60 Zentimeter breiten Querschnitt der Römerstraße als Bodenbild zu konservieren. Es wurde neben bei den Archäologie-Tour 2008 der Öffentlichkeit vorgestellt. Noch heute findet man diesen Querschnitt am Heidekopf im Schmidtheimer Forst. Die Landesregierung hatte zudem das Erstellen eines zweiten Querschnitts der Römerstraße in der Gemeinde Dahlem genehmigt. Da das Schlosshotel seit zwei Jahren auch als Standesamt dient, wurde das Kulturerbe dort untergebracht.
Ein weiterer Querschnitt, den Veerhoff anfertigte, befindet sich im Römisch-Germanischen Museum in Köln und ist meistens auf Wandertour durch Museen in ganz Europa. Die Römerstraße in der Gemeinde Dahlem wurde zwischen 15 und 12 vor Christus gebaut. Wie lange die römische Straße genutzt wurde, können die Archäologen heute noch nicht sagen.
Wer möchte, kann bis 18 Uhr vorbeischauen, danach beginnt der Küchenbetrieb.
Extra

Die Römerstraße (Lyon)/Trier-Köln ist Teil des römischen Fernstraßennetzes, der Via Agrippa. Die vier Heerstraßen führten von Lugdunum (Lyon), dem Verwaltungszentrum Galliens, aus zum Rhein (Köln), nach Aquitanien (Westküste Frankreich), nach Amiens (Nordsee) und ans Mittelmeer. red Die erste Fernstraße der Eifel verband Augusta Treverorum (Trier) mit CCAA (Köln), der Hauptstadt der römischen Provinz Germania inferior, und hatte eine Länge von 66 römischen Leugen, was ungefähr 147 Kilometern entspricht. Dazwischen lagen fünf Stationen: Beda vicus (Bitburg), Ausava vicus (Büdesheim), Egorigio vicus (Jünkerath), Marcomago vicus (Marmagen) und Tolbiaco vicus (Zülpich). red/mehi