Ein Tank kriecht durch die Straßen

Ein Tank kriecht durch die Straßen

Ein mehr als 33 Meter langer und fünfeinhalb Meter breiter Schwertransport ist am Montagabend durch Bitburg geschleust worden. Die Fracht war ein Tank, der von Staffelstein zum Ehranger Hafen befördert wurde.

Bitburg. 22.47 Uhr: Zwei Männer schieben auf einem ausrangierten Einkaufswagen einen Kühlschrank über die Hauptstraße. Wenige Meter entfernt, mitten auf der Kreuzung, ein Streifenwagen mit Blaulicht. Die Polizeibeamten haben den Kreuzungsbereich von Hauptstraße, Dauner Straße und Kölner Straße abgeriegelt. Allerdings nicht für die beiden Männer mit dem Kühlschrank, sondern für das, was sich zu diesem Zeitpunkt gut 200 Meter entfernt befindet: Ein Schwerlasttransport hat eine Viertelstunde zuvor die nördliche Stadtgrenze überquert und bewegt sich nun schleppend durch die Kölner Straße. Im Schritttempo nähert sich das 75 Tonnen schwere Gefährt der Kreuzung, wo bereits einige Zuschauer stehen und mit ihren Handys die Ankunft des Transports filmen.
"Da muss man aber schon gut fahren können", meint eine ältere Dame zu den beiden Polizisten im Kreuzungsbereich, als der 33,55 Meter lange und 5,56 Meter breite Koloss von der Kölner Straße über die Gegenspur in die Dauner Straße einmündet. Das erste Abbiegemanöver hat der Konvoi wenig später problemlos absolviert. Weiter geht die Reise durch das Stadtgebiet.
Die Fracht ist ein 16 Tonnen schwerer Kunststofftank, den ein luxemburgischer Spediteur vom Werk Christen & Laudon in Staffelstein zum Ehranger Hafen transportiert. Und dass die Reise dabei durch das Bitburger Stadtgebiet führt, liegt daran, dass entlang der B51 die dort vorhandenen Brücken teilweise zu niedrig sind. In Bitburg hingegen sind keine Brücken im Weg. Dafür aber gibt es dort Kreuzungen und Kreisverkehre, die nicht für Fahrzeuge in dieser Dimension ausgelegt sind. Weshalb das ein oder andere Verkehrsschild vorübergehend abmontiert werden muss.
Wunsch nach Tangente


Gleichzeitig aber wurden auch viele Schilder zusätzlich errichtet. Denn um zu gewährleisten, dass entlang der Straßen keine parkenden Autos den Transport behindern, hat der städtische Bauhof im Vorfeld des Transports mehrere Dutzend Halteverbotsschilder aufgestellt.
Die meisten davon stehen im Ostring, den der Konvoi nach der Fahrt durch die Dauner und Wittlicher Straße über den Zuckerberg erreicht und auch recht zügig durchfährt. Danach folgt der letzte und schwierigste Abschnitt. Da die Kreuzung von Ostring und Albachstraße zu eng ist, kann der Transport auch nicht links in die Albachstraße einbiegen. Stattdessen kriecht er zunächst rechts in Richtung Krankenhaus, um dann die rund 1300 Meter Albachstraße bis zum östlichen Stadtrand rückwärts zurückzulegen.
Eine halbe Stunde später erreicht der Transport den B 50-Kreisel am unteren Ende der Albachstraße. Dort werden der Fahrer und die Helfer aus den Begleitfahrzeugen ein weiteres Mal gefordert.
Der Kreisel ist zwar groß, der Schwerlasttransport aber auch. Mühsam quält sich das Gefährt mit abwechselnden Vorwärts- und Rückwärtsmanövern durch das letzte Nadelöhr, bevor die Reise nach anderthalb Stunden Bitburg über die B 50 in Richtung Spangdahlem weitergeht. Wenn es Momente gibt, in denen sich Verkehrsteilnehmer die seit langem geplante Nord-Ost-Tangente herbeiwünschen, dann war dies mit Sicherheit einer.

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