Ein Thema für jeden

BITBURG. Bundesweit gibt es seit fünf Jahren immer im März den so genannten Darmkrebsmonat. Auf Grund dessen diskutierten Experten mit zahlreichen Besuchern in der Marienhausklinik in Bitburg über Darmkrebsvorsorge und Früherkennung.

Die Botschaft ist klar. Darmkrebsvorsorge ist wichtig. Ein Thema, das jeden etwas angeht. Denn lässt man Prostatakrebs bei Männern und Brustkrebs bei Frauen außen vor, ist Darmkrebs die häufigste Krebsform in Deutschland. Jedes Jahr erkranken 68 000 Menschen neu an Darmkrebs. Durch eine entsprechende Vorsorge ist aber Darmkrebs heilbar. Leidensdruck nicht vorhanden

Um diese Botschaft aus der Arztpraxis in die breite Öffentlichkeit zu tragen, diskutierten Dr. Diedrich Schlenkhoff (Chefarzt/Chirurgie, Südeifel-Klinik), Dr. Rajiv Aurora (Facharzt für Innere Medizin/Gastroenterologie) und Irmgard Lütticken (Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Eifel) mit zahlreichen Besuchern in der Marienhausklinik in Bitburg. Noch immer sei die Darmkrebs-Vorsorge ein Tabu-Thema in der Öffentlichkeit, erklärte Aurora. Entweder der Betreffende verdrängt aus Angst vor Darmkrebs die Vorsorge oder er verspürt keinen Leidensdruck, um zur Früherkennung zu gehen, ganz nach den Worten: "Ich hab doch nichts." Aber genau das ist auch das Tückische an der Erkrankung. Oft wächst der Krebs jahrelang im Darm, ohne irgendwelche Schmerzen zu verursachen. Wird Krebs erst in einem späten Stadium entdeckt, erschwert dies die Heilung. Was man selbst tun kann, um die Risiken, an Darmkrebs zu erkranken, klein zu halten, erklärte Lütticken. Eine ausgewogene Ernährung, bestehend aus viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, mindern das Darmkrebsrisiko. Ernährung, Bewegung und Früherkennung

Ausreichende Bewegung, am besten jeden Tag, und Normalgewicht tragen ebenfalls zu einem geringeren Erkrankungsrisiko bei. Was Ernährung und Bewegung nicht zu leisten vermögen, das schafft die Früherkennung. Darmspiegelung (Koloskopie) und "Stuhl-Test" (Hämocult-Test) sind nur zwei Schlagworte im Kampf gegen Darmkrebs. Während die meisten Patienten dem Stuhl-Test unkritisch gegenüber stehen, hegen sie noch Zweifel gegenüber einer Darmspiegelung. Auch wenn Aurora die Ängste der Patienten verstehen kann, hält er die Darmspiegelung für nützlich und risikoarm: "Die meisten Patienten empfanden die Spiegelung danach als nicht unangenehm." Vorteil der Darmspiegelung: Durch sie können Polypen, die als Vorstufe von Darmkrebs gelten, aufgespürt und sofort entfernt werden. Weitere Informationen zum Thema Darmkrebs-Früherkennung und Vorsorge gibt es unter www.darmkrebs.de.

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