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Ein Traum mit Schaum: Waschstraße in Speicher soll bald eröffnen

Anlage soll Versorgungslücke schließen : Ein Traum mit Schaum: Waschstraße in Speicher soll bald eröffnen

Der Herforster David Hrabar will Mitte Dezember in Speicher eine Waschanlage eröffnen. Für den 33-Jährigen geht damit nicht nur ein Traum in Erfüllung. Die neue Waschstraße soll auch eine Versorgungslücke in der Stadt schließen. Ein Blick hinter die Kulissen.

David Hrabar ist, was man einen Autonarren nennt. Seit seiner Kindheit interessiert sich der Herforster für Karossen und Motoren. Später als Jugendlicher schraubt der Eifeler zunächst am Moped herum, dann am ersten Wagen. „Die Liebe war schon früh da“, sagt der heute 33-Jährige. Und wer sein Auto liebt, wäscht es auch regelmäßig. Damit Lack und Felgen schön glänzen.

Mindestens einmal die Woche fährt der gelernte Krankenpfleger daher in die Waschstraße, um sein Gefährt aufzupolieren. Was, als er noch in Trier wohnte, auch kein Problem gewesen sei. Denn das Angebot ist groß in der Moselstadt.

Anders allerdings sieht es in Speicher aus. Nachdem es den Eifeler zurück in die Heimat zog, habe er die Marktlücke erkannt. Denn keine einzige Waschanlage gebe es in der Gegend, die seinen Ansprüchen genüge. Wer sein Gefährt richtig eingeseift bekommen will, sagt der junge Mann, muss derzeit nach Bitburg, Wittlich oder Trier fahren: „Das fehlt uns hier in der Region.“

So kam Hrabrar die Idee für „Daves Car Wash“. Mit der eigenen Waschanlage erfüllt sich der Eifeler nun seinen eigenen Traum mit Schaum. Und auch das Grundstück in der Töpferstadt war schnell gefunden: eine vorherige Brache in der Kapellenstraße. 5000 Quadratmeter, die praktischerweise zwischen zwei Autohäusern liegen.

Nur mit der Elektrik sind die Bauarbeiter noch nicht ganz durch. Mitte Dezember soll die moderne Anlage eröffnen, sagt der Eigentümer, die ihn wohl auch eine Stange Geld gekostet hat. Wenngleich der Geschäftsführer den genauen Betrag nicht in der Zeitung lesen will.

David Hrabar freut sich auf die Eröffnung seiner neuen Waschanlage in der Kapellenstraße. Foto: TV/Christian Altmayer

Einen Zuschuss gab es auch aus dem Förderprogramm „Lokale ländliche Entwicklung“ in der Maßnahme „Kleinstunternehmen der Grundversorgung“. Das Ziel war die Existenzgründung, die Vitalisierung des Dorflebens durch die Schließung der Baulücke, und mit einem modernen, ökologischen und barrierefreien Waschpark den Bedarf in der Region zu decken.

„Die Resonanz auf das Angebot ist jetzt schon riesig“, sagt der Krankenpfleger. Etliche Speicherer hätten ihn bereits auf die Anlage angesprochen und freuten sich auf die Eröffnung.Auch, weil die Waschstraße technisch einiges mehr biete als manche andere in der Region. Und hier gerät der Herforster richtig ins Schwärmen.

Man könne sein Auto hier künftig mit Warmwasser und extra weichen Bürsten waschen, sagt Hrabar: Das gebe es selten. Außerdem im Angebot: Ein spezieller Vorreiniger, der hartnäckigen Schmutz von den Felgen lösen könne. „Das ist so ein besonderer Schaum“, sagt der Eifeler: „Wie Kunstschnee sieht das aus.“ Die Kunden sollen sogar zwischen verschiedenen Gerüchen und Farben wählen können.

Die Wahl haben die Fahrer auch, ob sie ihr Auto unter einem der überdachten Plätze lieber selbst mit Bürste und Hochdruckreiniger säubern. Oder, ob sie das lieber von der Portalkabine erledigen lassen wollen. Die kann man sich vorstellen wie eine Waschstraße. Nur, dass man eben nicht durchfährt, sondern drinnen mit dem Wagen stehen bleibt.

Das läuft alles vollautomatisch, erklärt der Chef. Und das heißt auch: ohne Personal. Besucher können also vorfahren, Geld einwerfen oder Chipkarte übers Magnetfeld ziehen, und sofort loslegen mit der Reinigung. „In den ersten Wochen und Monaten werde ich noch vor Ort sein“, kündigt der Herforster an: „Und schauen, wie die Leute mit dem System klarkommen.“ Danach wolle er sich zurückziehen.

Die Waschstraße schließt eine der letzten Baulücken am Speicherer Ortseingang. Nachdem sich dort zuvor Netto und Rossmann angesiedelt hatten, bleibt jetzt nur noch das Grundstück hinter der Waschanlage frei. Was damit wird, kann Besitzer Hrabar, noch nicht sagen.