Ein Treffpunkt für rollende Märkte
Oberkail · Vor wenigen Wochen hat in Oberkail das einzig noch verbliebene Geschäft geschlossen. Die rund 620 Einwohner zählende Gemeinde ist damit von der unmittelbaren Nahversorgung abgeschnitten. Damit abfinden wollen sich die Oberkailer allerdings nicht.
Oberkail. Wäre der Laden die letzten Jahre so gut besucht gewesen wie das Haus Kayl an diesem Abend, so wäre die Veranstaltung gar nicht notwendig. Denn dann wäre das kleine Geschäft noch offen. Und dann müssten sich die rund 40 Bürger, die im Haus Kayl zusammengekommen sind, auch keine Gedanken darüber machen, wie es nun weitergehen soll. Doch weil der Laden zu wenig Kunden hatte, wurde er Anfang Juli geschlossen. Und sollte sich in den kommenden Wochen keiner finden, der ihn weiterführen möchte, dann war es das für Oberkail.
Es könnte aber auch anders kommen. Zumindest wenn sich eine der Ideen, die an diesem Abend zusammengetragen werden, umsetzen ließe. So wird beispielsweise darüber diskutiert, den Laden über einen Verein oder eine Genossenschaft laufen zu lassen. Das hätte den Vorteil, dass nicht einer allein für den Geschäftsbetrieb zuständig und nicht zuletzt auch verantwortlich wäre.
Doch mit der Unterstützung aus der Bevölkerung allein ist es nicht getan. Denn der Knackpunkt, um den sich die Diskussion an diesem Abend größtenteils dreht, sind die Kosten für einen etwaigen Umbau und die Einrichtung. Die Gemeinde sei nicht in der Lage, sich an einem Laden - an welchem Standort auch immer - finanziell zu beteiligen, sagt Ortsbürgermeisterin Petra Fischer. Von daher strebe sie eher eine kleine Lösung mit weniger Risiko an. Das ist auch die einhellige Meinung der übrigen Bürger, aus deren Reihen dann schließlich der Vorschlag kommt, es doch zunächst einmal gezielt mit rollenden Geschäften zu versuchen. Diese, so ein weiterer Vorschlag, könnten ja dann beispielsweise jeden Samstag zu einer festen Uhrzeit an einen zentralen Platz kommen. Wenn dann Heiko, Bäcker und Metzger zur gleichen Zeit vor Ort wären, dann hätten die Oberkailer ja schon fast so etwas wie ein Geschäft. Der Ansatz findet im Haus Kayl große Zustimmung - auch die von Ortsbürgermeisterin Fischer.
Sie will nun mit rollenden Märkten Kontakt aufnehmen und klären, inwieweit diese bereit sind, zukünftig auch Oberkail anzusteuern. uhe