Ein vollwertiges Abitur wartet auf Zuspruch
Ab kommendem Schuljahr soll am Eifel-Gymnasium Neuerburg das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg ermöglicht werden. Bei einer Informationsveranstaltung wurden die Details des Konzepts vorgestellt.
Neuerburg. (uhe) Hans-Dieter Reichert hat mit mehr Besuchern gerechnet. Schließlich ist das, was der stellvertretende Direktor des Eifel-Gymnasiums Neuerburg mit zwei weiteren Kollegen an diesem Abend etwas näher vorstellen wird, im Raum Trier bislang einmalig. Doch letztlich sind nur fünf Interessenten erschienen.
Das ist zunächst bedauerlich, hat aber für die Veranstalter zumindest den Vorteil, dass sie keine fundamentale Überzeugungsarbeit leisten müssen. Denn die fünf anwesenden jungen Menschen sind bereits angemeldet, haben sich also mit dem Angebot schon näher beschäftigt und hoffen jetzt nur noch, dass ausreichend weitere Interessenten hinzukommen.
Bislang erst sechs Anmeldungen
So liegen bislang erst sechs Anmeldungen vor, und wie Reichert erklärt, müssten es am Ende mindestens 20 sein, damit das Projekt wie geplant in diesem Sommer starten kann. Um das zu erreichen, wurde deshalb auch die Anmeldefrist von April auf Ende Juni verlegt. "Wir sind zuversichtlich, dass es klappen wird", sagt der stellvertretende Direktor, "schließlich bieten wir hier die volle Hochschulreife an." Und erreicht werden soll diese Hochschulreife auf dem sogenannten zweiten Bildungsweg.
"Eifel Kolleg Neuerburg" heißt das Angebot, das es nach Aussage Reicherts in Rheinland-Pfalz bislang nur in Koblenz, Mainz und Speyer gibt und das sich an Menschen mit Haupt- und Realschulabschluss richtet sowie an Bildungswillige mit Fachhochschulreife und nicht zuletzt an Migranten, die einen Schulabschluss im Ausland vorweisen können. Und damit alle zu Beginn des Abiturs weitgehend auf dem gleichen Stand sind, müssen je nach Bildungsgrad bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, wie beispielsweise eine Berufsausbildung oder aber berufliche Erfahrung, die Teilnahme an einem ebenfalls angebotenen Vorkurs (erst ab Februar 2012) oder aber eine Eignungsprüfung.
Diese Eingangsprüfung sei jedoch nur eine "kleine Hürde", betont Reichert, denn schließlich werde dabei auch berücksichtigt, dass bei den Prüflingen die bisherige Schullaufbahn in der Regel bereits einige Jahre zurückliege. Genau wie beim "normalen" Abitur erwartet die Eifel-Kolleg-Schüler eine dreijährige Schulausbildung in Vollzeit, die ebenfalls kostenfrei ist, darüber hinaus aber den Vorteil hat, dass die Kollegiaten Anspruch auf finanzielle Ausbildungshilfe (Bafög) haben, die zum einen unabhängig vom Einkommen der Eltern ist und zum anderen auch nicht zurückgezahlt werden muss.
Informationen zum Angebot im Internet unter www.eifel-kolleg.de oder unter Telefon 06564/96730.