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Ein Weihnachtswichtel und viele gute Ideen

Weihnachtswichtel : Initiative „Hand in Hand“ stellt Adventskalender für Irrel vor

In diesem Jahr ist auch zur Weihnachtszeit vieles anders. In Irrel hat die Initiative „Hand in Hand“ jetzt einen Adventskalender herausgebracht, um den Kindern im Ort eine abwechslungsreiche Vorweihnachtszeit zu bieten. Auch sonst ist die Initiative sehr aktiv.

Das Treffen mit den Aktiven der Initiative „Hand in Hand“ im Caritashaus der Begegnung läuft streng nach den geltenden Corona-Regeln ab. Erst nachdem alle jeweils in ausreichendem Abstand voneinander Platz genommen haben, werden die Masken abgenommen. Thema des Treffens ist vor allem Erlineck, der Irreler Weihnachtswichtel. Der ist die Hauptfigur eines Adventskalenders, der den Kindern eine tägliche Abwechslung während der Vorweihnachtszeit bieten soll. Insgesamt 27 Geschichten werden in dem Werk erzählt, die zum Mitmachen anregen sollen.

Die Ideen dazu hatte Doris Tossing-Backendorf. Sie suchte sich bei dem Verfassen der kleinen Episoden Hilfe bei Peter Giering, der sie schön ausformulierte und zu Papier brachte.

Um den Kalender ansprechend zu gestalten, wurde dessen Frau Inès gebeten, ein Deckblatt zu zeichnen. Das gefiel allen Mitwirkenden so gut, dass eine anstrengende Zeit für Inès Giering begann. Denn jetzt sollte sie für jede Geschichte eine kleine Illustration malen. Was sie dann auch tat. Und in den nächsten Wochen täglich sechs bis sieben Stunden zeichnete.

Und so sind jetzt zahlreiche nette Bilder zu sehen von Erlineck, der seinen Kumpel Erli, einen anderen Wichtel, kennenlernt und für die Adventszeit in den Nussbaum am Achtsamkeitspfad am ehemaligen Bouleplatz zieht. Dort können die Irreler Kinder auch das Haus des Erlineck anschauen gehen.

In kindgerechter Sprache wird auch die Corona-Krise zum Thema gemacht: „Die Menschen sind gut gelaunt, müssen aber wohl Abstand halten und Maske tragen, da leider eine Krankheit in der Luft liegt, schade!“ Es gibt bei einer anderen Geschichte eine Bastelanregung für einen Tannenzapfenengel. Dieser soll die Kinder anregen, selbst nach draußen zu gehen und Tannenzapfen zu sammeln, um schließlich eine hübsche Weihnachtsdekoration zu basteln.

Besondere Faszination wird für viele Kinder sicher auch der Glitzerstaub sein, mit dem Erlineck sogar eine Maschine reparieren kann, damit der Fußball der Bambini-Mannschaftwieder hergerichtet werden kann.

Die Aktiven der Inititative „Hand in Hand“ erzählen voller Begeisterung von ihrem neuen Projekt mit dem Weihnachtskalender. Und auch sonst merkt man ihnen an, dass sie brennen, für das, was sie für Irrel tun.

Und das sei schon eine ganze Menge, wie Michael Helbach erzählt. Der Achtsamkeitsweg ist eines der neuesten Projekte. Er ist auf dem Gelände des ehemaligen Bouleplatzes. Er soll zu bewusstem Atmen, Gehen, Riechen und Sehen anregen. Noch ist er nicht ganz fertig, aber lange wird es nicht mehr dauern.

Dass das Treffen  im Haus der Begegnung stattfindet, ist auch kein Zufall. Denn die Initiative hat die Leitung des Hauses übernommen, als sich abzeichnete, dass eine hauptamtliche Leitung nicht mehr finanziert werden kann. Dabei sei niemand explizit als Leiter beauftragt, sondern es ist laut Helbach eine Gemeinschaftsarbeit. Und die zeichnet die Gruppe überhaupt aus. Denn jeder macht, was er kann. Michael Helbach zum Beispiel hält den Kontakt zum Gemeinderat, der ja wichtig ist, um Dinge umsetzen zu können. Unterstützung gibt es sowohl vom jetzigen Bürgermeister Herbert Theis als auch von seinem Vorgänger Heinz Haas.

Zusammengefunden hatte sich die Gruppe vor einigen Jahren. „Es fehlt an Gemeinschaft“, stellte Michael Helbach damals fest. Und er fand Gleichgesinnte, die auch der Meinung waren, dass mehr Zusammenhalt vonnöten sei. Und so entstand schon 2016 der Gemeinschaftsgarten. Hier können alle, die Spaß am Gärtnern haben, gemeinsam tätig werden. „Jeder macht, was er kann, und nimmt, was er braucht“, heißt die Devise. Und so haben nicht nur die Einheimischen, sondern auch Zugezogene und Migranten die Möglichkeit, etwas gemeinsam zu tun. Das setzt sich fort im Irreler Café, das ebenfalls zu einem Treffpunkt für Menschen jeden Alters und Herkunft geworden ist.

2019 riefen die Aktiven von „Hand in Hand“ den Frischemarkt ins Leben. Seit 43 Jahren habe es das nicht mehr in Irrel gegeben, erzählt Helbach. In nur vier Monaten gelang es, Händler zu finden, die jetzt einmal im Monat Gemüse, Fleisch, Brot, Honig, Gewürze und vieles mehr anbieten. 350 bis 430 Menschen seien es, die den Markt nutzen, so die Bilanz der Organisatoren. Trotz der gegenwärtigen Corona-Beschränkungen habe man die Leute nicht verloren.

Eine Taschengeldbörse, bei der junge Menschen gegen ein Taschengeld bei Älteren helfen, ist ebenfalls erfolgreich angelaufen und hat viele Kontakte geknüpft, die so vermutlich nicht entstanden wären.

Dabei habe man bewusst keinen Verein gegründet, sagt Miachel Helbach. Denn die ganzen Regularien wolle man nicht haben. Allerdings habe das den Nachteil, dass man selbst keine Spenden annehmen dürfe. Dies geht jetzt über die Gemeindekasse, wo ein Konto für die Bürgerschaft eingerichtet wurde.

Und da wird hoffentlich noch viel Geld eingezahlt. Denn die Initiative „Hand in Hand“ ruht nicht. Für das kommende Jahr ist das nächste Projekt, ein Naschgarten, bereits geplant.