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Ein Wettkampf um die Blumen

Ein Wettkampf um die Blumen

Die Konkurrenz schläft nicht. Schon gar nicht, wenn es um die Landesgartenschau geht. Bitburg wird sich im Bewerbungsprozess gegen andere rheinland-pfälzische Städte durchsetzen müssen. Wir schauen uns die potenziellen Rivalen etwas genauer an.

Bitburg. Die Stadt arbeitet fleißig an ihrer Bewerbung. Ach so, für die Landesgartenschau natürlich - muss man ja kaum mehr erwähnen, haben es doch mittlerweile alle mitgekriegt. Die Kunde, die dann vielleicht doch etwas länger in die Eifel braucht, zumal sie ja auch gar nicht froh ist: Die Stadt ist damit nicht alleine. Auch andere rheinland-pfälzische Kommunen haben ein Auge auf diese "Mehr als Blumen"-Geschichte geworfen und basteln an ihrer Kandidatur.
Bewerbungen lägen bislang noch keine vor, heißt es vom Umweltministerium in Mainz. Klar, ist ja noch ein bisschen Zeit: bis zum 31. März, der übrigens auf einen Donnerstag fällt. Interesse bekundet hätten aber: Bad Neuenahr-Ahrweiler, Neuwied, Bad Kreuznach sowie die drei Kommunen Betzdorf, Kirchen und Wissen.
Steckt Bitburg die nicht locker in die Tasche, Herr Bürgermeister? "Also ich denke nicht, dass wir schlechte Karten haben", sagt Joachim Kandels. "Mit dem großen Konversionsgelände und unserer Identität." Die Eifel im Rücken und alles - aber ja.
Und ob Bitburg wirklich gegen vier Konkurrenten antritt, steht noch in den Sternen. Dafür müssen erst einmal auch wirklich vier Bewerbungen in Mainz landen. Einen entsprechenden Stadtratsbeschluss gibt es in Bad Kreuznach - Kurstadt und Heimat von Julia Klöckner - gar nicht. Den Stadtnamen sollten die Bitburger trotzdem gut kennen: Denn in Bad Kreuznach hat die Projektgesellschaft Landesgartenschau ihren Sitz. Und die berät die Städte, nimmt die Bewerbungen entgegen und leitet sie ans Ministerium weiter.
Auch der Pakt zwischen den Kommunen Betzdorf, Kirchen und Wissen im Westerwald, die über eine gemeinsame Bewerbung nachdenken sollen, scheint bislang offenbar auch eher ein Luftschloss zu sein. Auch hier gilt: Warten wir's mal ganz gemütlich ab.
Anders sieht es mit Bad Neuenahr-Ahrweiler aus. Für die Stadt, gut 27 000 Einwohner groß und im nördlichen Rheinland-Pfalz gelegen, ist es nicht die erste Bewerbung. Sie hat nur nie Erfolg gehabt. Jetzt will sie es nochmal wissen - und das hat der Stadtrat Ende November auch so beschlossen. Ein hartnäckiges Städtchen - und eins, das selbst aus dem Scheitern noch das Beste gemacht hat: Die Idee eines Generationenwaldes, die eigentlich aus dem Konzept für eine gemeinsame Landesgartenschau mit Sinzig stammte (die erste Bewerbung im Jahr 2003), setzte sie einfach trotzdem um. Sicher hat Bad Neuenahr-Ahrweiler noch so einiges in der Schublade. Und muss für den neuen Anlauf vielleicht nicht ganz von vorne anfangen - sofern sie auf den alten Plan setzen will, der ja nicht aufgegangen ist…
Und dann wäre da noch Neuwied. Die Stadt, die knapp 64 000 Einwohner zählt und etwa zehn Kilometer nordwestlich von Koblenz am rechten Ufer des Rheins liegt, kommt wohl nicht so schnell ins Schwitzen: Neuwied ist eine Sport-Hochburg.
Dementsprechend gibt es dort auch etliche Sportanlagen - und genau die hat die Stadt offenbar im Blick für die Landesgartenschau: also die Sportanlagen und Freiflächen rund um das Rhein-Wied-Stadion, aber auch Schlosspark und Rasselsteingelände. Zumindest ist das das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie. Der Stadtrat hat sein offizielles Ja zur Bewerbung bereits Anfang 2014 gegeben.
Raus ist dagegen Saarburg. Der Stadtrat hat zuletzt einstimmig gegen eine Bewerbung votiert (der TV berichtete). Der Grund: Nachdem die Stadt bei der letzten Bewerbung leer ausgegangen war und Landau den Zuschlag erhalten hatte, nutzte Saarburg Fördertöpfe wie die Aktion Blau, um Projekte umzusetzen - und zeigt sich damit nun zufrieden.
Auch nicht mehr aufnehmen muss es Bitburg mit Neustadt an der Weinstraße: Die Stadt hat zurückgezogen. Ihr ist offenbar die Zeit bis zur Bewerbungsfrist zu knapp. Auch, so hieß es in Medienberichten, befänden sich nicht alle Flächen im Eigentum der Kommune.
Das eine wissen wir, das andere kommt uns bekannt vor: "Das ist ja bei uns auch der Fall", sagt Joachim Kandels. Deshalb "sind wir mit den Amerikanern und der Bima im Gespräch. Es ist unser vordringliches Ziel, die Verfügbarkeit der Fläche nachzuweisen".
Beides ist für Bitburg also kein Grund, von vorneherein aufzugeben. Die Stadt habe so viele Anregungen aus der Bürgerwerkstatt erhalten, betont der Bürgermeister noch einmal. "Wir wissen auch, dass das sportlich ist. Aber wir bleiben dran."Meinung

Weiter so, Bitburg!
Bitburg macht bislang alles richtig. Warum? 1. Die Stadt kennt ihre Stärken. 2. Sie konzentriert sich darauf, eben diese optimal zu präsentieren. 3. Sie lässt sich dabei auch nicht wesentlich durch den Blick auf das, was die anderen so machen, ablenken (auch wenn wir uns den heute mal erlaubt haben). Weiter so! e.blaedel@volksfreund.de