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Ein Wiedersehen auf großer Bühne

Ein Wiedersehen auf großer Bühne

Die große Reunion ist am Samstag, 29. April, in der Bitburger Stadthalle. Dann gehen der Gelähmte und die kranken Schwestern wieder gemeinsam auf die Bühne. Vor der Kamera steht die Band schon jetzt: für einen Dokumentarfilm.

Bitburg. Wundern Sie sich nicht, wenn er demnächst vielleicht auch vor Ihrer Tür steht: der Gelähmte, als Nikolaus verkleidet, im Schlepptau ein Säckchen. "Aber ich geh Geschenke einsammeln, nicht verteilen", sagt er. Es ist nur ein halber Scherz: "Ich habe wirklich noch viel Laufarbeit." Sponsoren, Gönner, Förderer - "ich werde überall und jeden fragen", sagt Rolf Weber.
Es ist Arbeit für eine ganz große Sache: ein Konzert mit alten Freunden, das so viel Publikum anlocken könnte wie noch nie zuvor. Dem Künstler selber "geht es mehr um den Erfolg, nicht um den wirtschaftlichen Gewinn". Lange hat er genau daraufhin gearbeitet.
Wir erinnern uns: 1990 gründete Rolf Weber die Band, mit der er sechs Jahre lang Erfolge feiern sollte (siehe Extra). Seitdem ist er in der Eifel besser bekannt als der Gelähmte. Mit den kranken Schwestern verkaufte er etwa 12 000 CDs.
Mehr als 20 Jahre ist das her. Im kommenden Jahr wollen sie noch einmal gemeinsam auf die Bühne (der TV berichtete).
Es scheint jetzt die Zeit dafür zu sein. Und Rolf Weber steckt mitten in den Vorbereitungen. Der Termin steht: am Samstag, 29. April, in der Bitburger Stadthalle werde es "zu dem Kulturereignis 2017 kommen", sagt er.
Und dass da in der Eifel etwas passiert, das nicht "gang und gäbe" ist, hat man zwischenzeitlich auch in Mainz mitbekommen. Nach dem TV-Bericht im August, erzählt Rolf Weber, habe sich plötzlich etwas bewegt. Dieser sei nämlich auf dem Tisch von Regisseur Wolfgang Dürr gelandet, und der dreht jetzt für den SWR einen Dokumentarfilm. "Zehn bis zwölf Drehtage sind angesetzt, drei haben wir hinter uns", sagt Rolf Weber.
"Im Film geht es um den Gelähmten und sein Sein und seine Vergangenheit", erzählt er. "Und es geht um die Reunion mit den kranken Schwestern. Unser zweites Wiedersehen wurde schon direkt aufgenommen, das war beim Biersdorfer Stausee."
Noch im Entstehen steckt der Film also bereits voller Emotionen. Er zeigt Rolf Weber zudem, wie er an den Ort der Tat zurückkehrt - in einer Bank-Filiale, 1985 hat er eine in der Eifel überfallen. Oder Rolf Weber an einem Kerkerfenster, da zitiert er Wilhelm Busch, nur ein paar Meter von seiner ehemaligen Zelle im Zweibrücker Gefängnis entfernt. "30 Jahre bin ich nicht mehr dort gewesen. Ich musste die Sträflingsuniform anziehen. Das war ein komisches Gefühl."
Und der letzte Dreh wird der krönende Abschluss: am Abend des Konzerts. Die Vorbereitung, die Proben, die Band auf der Bühne - und das Publikum. "Wer da ist, wird sich vielleicht im Fernsehen wiedersehen." Mitte nächsten Jahres soll der 30-minütige Film dann ausgestrahlt werden, in der SWR-Sendung "Mensch Leute".
Dieser Film: eine große Sache. Doch das Herz von Rolf Weber hängt an diesem einen Konzert, das werden soll wie es früher einmal war, und ein richtiges "Generationentreffen", hofft er.
"Die Vorbereitungen", erzählt er, "sind etwas strapaziös, weil wir eine Show zeigen wollen, wie wir sie vor 20 Jahren auf die Bühne gebracht haben." Der Gelähmte werde deshalb bis an die Grenzen des Machbaren gehen. "Es kann sein, dass ich an dem Abend auf der Bühne einfach umfalle. Aber ich hoffe, ihr seid dann alle dabei."
Der Kartenvorverkauf soll noch vor Weihnachten starten. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Weitere Informationen gibt's auf der Facebook-Seite des Gelähmten - und im TV.
Extra

Rolf Weber ist der Gelähmte, 1964 in Speicher geboren, in den 90er Jahren sitzt er wegen Bankraubs im Gefängnis. 1990 gründet er die Band "Der Gelähmte und die kranken Schwestern". Doch dann taucht Weber wegen eines Drogendelikts 14 Jahre lang in Südamerika ab. 2010 kommt er zurück in die Eifel, um an seinem Comeback zu arbeiten. Die kranken Schwestern sind: Martin Schäfer (Schlagzeug), Mäthy Wendels (Bass), Buggy Schmidt (Keyboard) und Jocky Pauls (Gitarre). eib