Ein Wiedersehen nach Schutt und Asche

PRÜM. (kth) Ehemalige Prümer Volksschüler des Geburtsjahrganges 1937/38 feierten ein Wochenende lang in der Abteistadt freudiges Wiedersehen.

Genau 54 Jahre ist es her, dass sie in der Prümer Volksschule am Kalvarienberg (heute Bertrada-Grundschule) ihre Entlassungszeugnisse erhielten: Die 42 Jungen und Mädchen des Geburtsjahrganges 1937/38. Etwa 35 davon leben heute noch, und 23 kamen zum Treffen in die alte Heimat. Einige sind Prüm zeitlebens treu geblieben und wohnen heute noch hier. Andere waren aus Nord- und Süddeutschland angereist. Den weitesten Weg hatte die ehemalige Volksschülerin Maria Lebau. Sie kam aus dem amerikanischen Bundesstaat Louisiana und wusste deshalb authentisch über die jüngsten Naturkatastrophen dort zu berichten. Als die Geburtsstunde der heute fast 70-Jährigen schlug, begann im Westen Deutschlands der Westwallbau. Es herrschte Wirtschaftswachstum bei weitestgehender Vollbeschäftigung. Aber die Folgen der Kriegsvorbereitungen waren verheerend. Im September 1944 erlebten die damals sieben- bis achtjährigen Schüler die Evakuierung von Prüm und etwa neun Monate später die Rückkehr in eine Stadt, die in Schutt und Asche lag. Die folgenden Jahre bis zur Schulentlassung am 31. Juli 1951 waren von vielfacher Not geprägt, besonders als 1949 die Explosion des Kalvarienbergbunkers Prüm erschütterte und das bis dahin bereits wieder Aufgebaute im gesamten nordwestlichen Stadtbereich erneut in einen Trümmerhaufen verwandelt wurde. Umso größer war die Freude bei einem Rundgang durch das derzeitige Prüm - besonders angesichts zahlreicher gelungener Um- und Neubauten. Im Konvikt-Haus der Kultur wurden die Ehemaligen von Rudi Schmitz empfangen. Der ehrenamtliche Verwalter des Hauses erläuterte die Geschichte des Gebäudes und seine heutige vielfältige Nutzung. In der Basilika feierten die ehemaligen Volksschüler eine Messe für die bereits verstorbenen Klassenkameraden. Beim Abschied verabredete man ein baldiges Wiedersehen - spätestens in fünf Jahren.