Ein würdiger Ort

FLIESSEM. (red) An der Stelle, wo einst die Klosterkirche Wachenforth mit einem Landgut stand, erstrahlt jetzt die kleine Waldkapelle am Rande des Kyllwaldes oberhalb der Oberen Fließemer Mühle in neuem Glanz.

Für viele Mitbewohner aus Fließem hat diese Kapelle eine besondere Bedeutung. So sind es auch immer wieder Menschen aus dem Ort, die sich um den Erhalt und die Gestaltung der Kapelle kümmern. Die Kapelle, wie sie heute vorzufinden ist, wurde vermutlich um 1900 erbaut und immer wieder erneuert. Sie war über viele Jahre im Privatbesitz der Familie Heinzen. Bei der letzten Bodenordnung ging der Besitz im Jahre 1981 auf Antrag der Gemeinde an diese über. Seit dem Jahre 1985 gehen die Fließemer am Pfingstmontag eines jeden Jahres nach Wachenforth, um gemeinsam eine festliche Messe zu feiern. Nach der Zerstörung der Kapelle im Zweiten Weltkrieg wurde sie im Jahre 1953 wieder aufgebaut, und am 8. Dezember festlich eingeweiht. Seit der 50. Wiederkehr dieses Festtages im Jahre 2003 geht man am Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria am Abend in Lichterprozession zur Marienkapelle, um eine Dankandacht zu feiern. Immer, wenn in Fließem ein Mitbürger in Not oder schwer erkrankt ist, geht man betend zur Kapelle, um die Hilfe der Gottesmutter zu erbitten. Es ist alter Brauch, dass sich aus jedem Haus ein Familienmitglied der Prozession anschließt, so zeigt man auch ein Stück Verbundenheit der Menschen untereinander im Ort. Wachenforth war einst eine bedeutende Wallfahrtskirche, viele Pflichtprozessionen aus dem Bitburger Land führten zu diesem Kloster der Benediktiner aus Prüm. Nun wurde die Kapelle wieder mit einem neuen Anstrich versehen. Hubert Paas hat viele Stunden in seiner Freizeit geopfert und die Malerarbeiten innen und außen ausgeführt. Gemeindearbeiter Detlef Burger mit Unterstützung von Karl Heinz Theisges haben den Putz ausgebessert, die Außenanlagen umgestaltet. Durch Spenden der Familie Meyer-Gladitz, der Eheleute Gredi und Helmut Osweiler aus Anlass ihrer Goldenen Hochzeit und Spenden der Gäste bei der Feier zum 60. Geburtstag von Ortsbürgermeister Klaus Schnarrbach konnte das Material finanziert werden. Die Eingangstür wird noch erneuert. Entstanden ist wieder ein schöner, würdiger Ort zur Verehrung der Gottesmutter am Rande des Kyllwaldes bei Fließem. Die Geschichte der Wachenforther Klosterkirche, aber auch die Geschichte der Römer, die Entstehung der Fließemer Gemeinde mit Pfarrkirche im Ort, das Leben in einem Dorf in Tradition und Brauchtum ist nachzulesen in der Fließemer Chronik, die im Jubiläumsjahr 2004 herausgebracht wurde. Schriften sind noch bei der Ortsgemeinde oder der VG Bitburg-Land zu beziehen.