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Einblicke in ein spezielles Gewerbe

Einblicke in ein spezielles Gewerbe

EUPEN. (red) Eine "Schmuggelwoche" mit Filmvortrag, Schmuggelfahrt und -wanderung ist in der kommenden Woche in Eupen angesagt.

Zum Auftakt der "Schmuggelwoche" laden die Städte Eupen und Monschau, die Tourist-Info Eupen, die Monschau-Touristik und "Grenz-Geschichte DG" alle Interessierten für Dienstag, 21. März, um 20 Uhr in das Jünglingshaus, Neustraße 87, Eupen, ein. Dort wird der Film "Le banquet des Fraudeurs" vorgeführt. "Grenzen reizen immer zum Überschreiten, und die Grenzgeschichte ist genauso spannend wie ein Krimi", sagt Dr. Herbert Ruland von "Grenz-Geschichte DG Eupen", der diesen Abend moderiert. Die Besucher sind eingeladen, den Film von Henri Storck zu sehen, der sogar für die Goldene Palme von Cannes nominiert wurde. Viele Eupener Kinder nahmen 1951 an den Filmaufnahmen als Statisten teil. Auch viele Originale, wie der legendäre "Kabänes" aus dem Eupener Karneval, sowie die Harmonien von Raeren und Weismes wirkten dort mit. Gedreht wurde unter anderem in Eupen, Verviers und Losheim, wo auch die Vennbahn zum Einsatz kam. Die Filmsprachen sind französisch, deutsch und niederländisch. "Unterwegs auf Schmuggelpfaden in drei Ländern - Not macht erfinderisch!" lautet dagegen das Motto einer Rundfahrt am Donnerstag, 23. März. 1953 endete mit der Senkung der Kaffeesteuer in Deutschland weitestgehend eine absolut spezielle, meist gewinnbringende, aber auch sehr gefährliche und düstere Zeit an der deutschen Westgrenze. Menschen aus allen Schichten und jeden Alters riskierten ihr Leben, um die "braune Bohne" oder andere überaus begehrte Waren "schwarz" über die Grenze nach Deutschland zu bringen. Von Salz über Speck, Streichhölzern und Petroleum wurden allerlei Waren und Lebensmittel aus den Nachbarländern geschmuggelt. In der NS-Zeit wurden auch Menschen, die sich ihres Lebens nicht mehr sicher waren, über die Grenzen gebracht. Fachkundiger Begleiter ist Dr. Herbert Ruland von "Grenz-Geschichte DG" aus Eupen. Die Tagestour durch das deutsch-belgisch-niederländische Grenzgebiet zwischen Monschau und Eupen und Vaals führt zu historischen Original-Schauplätzen. Abfahrt in Eupen ist um 9 Uhr auf dem Parkplatz an der Frankendelle, in Monschau um 9.30 Uhr am Hotel Karat. Möglichst sofortige Anmeldung bei der Tourist-Info Eupen unter (0032) 87/553450, bei Gaby Borst unter (0032) 87/59 46 36 oder bei der Monschau Touristik unter 02472/8048 25. Festes Schuhwerk wird empfohlen. "Auf den Spuren der Schmuggler an der deutsch-belgischen Grenze" lautet am Freitag, 24. März, das Thema der letzen Veranstaltung in dieser Reihe. An historischen Original-Schauplätzen berichten die Gästeführer der Tourist-Info von den Schicksalen einfacher Bürger, die für ein Stück Speck oder ein Pfund Kaffee ihr Leben lassen mussten, vom Menschenschmuggel in der NS-Zeit und von Schmugglerbanden, die nach dem Zweiten Weltkrieg belgischen Kaffee gleich tonnenweise nach Deutschland verschoben. Ausgangspunkt der “Schmugglerroute„ ist der Marktplatz Nr. 7 (Tourist-Info). Infos gibt es über den Weiler Garnstock an der Landstraße Eupen-Baelen. Nach dem Ersten Weltkrieg war Eupen das “Schmuggel-Eldorado„ im Westen und wurde es nach 1945 noch mehr. Der Rundgang führt durch die Stadt und wird von Nachtwächtergeschichten und Anekdoten untermalt. Der Start der Wanderung ist um 18 Uhr am Marktplatz, Tourist- Info. Preis:3 Euro pro Person. Weitere Infos: Tourist-Info Eupen, Marktplatz 7, 4700 Eupen, Telefon (0032) 87/553450, info@eupen-info.be www.eupen-info.be