Einblicke - Margot Käßmann kommt zu Herbert Fandel nach Bitburg

Einblicke : Margot Käßmann kommt zu Herbert Fandel nach Bitburg

Er wollte sie unbedingt und er hat sie bekommen. Margot Käßmann ist der nächste Gast in Herbert Fandels Diskussionsreihe „Einblicke“ in Bitburg.

Ob Fußballpräsident Theo Zwanziger, Bischof Stephan Ackermann, Fernsehintendant Friedrich Nowottny oder Sterneköchin Lea Linster und Fernsehstar Marianne Sägebrecht: Sie alle saßen schon im Bitburger Haus Beda und gewährten Gastgeber Herbert Fandel Einblicke in ihr Leben, Denken und Tun.

Die Gesprächsreihe, die Fandel 2010 begonnen hat, hat längst über Bitburg hinaus einen Namen. Die Besucher kommen aus der ganzen Region, die Karten sind schnell ausverkauft. Der bisherige Rekord: „In weniger als zwei Minuten war die Veranstaltung mit Gregor Gysi ausverkauft“, sagt Fandel. Mal sehen, wie es beim nächsten Gast, Margot Käßmann, läuft. Der Vorverkauf beginnt Ende des Monats. Wer dabei sein will, sollte schnell sein.

Und dabei sein lohnt sich. Fandel schafft es als Moderator eine Atmosphäre zu schaffen, die an ein Wohnzimmer erinnert: persönlich, privat, direkt. Und dann gibt es wirklich Einblicke. Deshalb möchte er auch mit seiner Veranstaltungsreihe nicht an einen größeren Ort wie etwa die Stadthalle wechseln: „Das hatte ich einmal und mir geschworen: nie wieder. Das ganze Konzept funktioniert nicht, wenn diese Nähe fehlt.“

Die will er auch zu Margot Käßmann aufbauen. Für Fandel eine „außergewöhnliche, in vielerlei Hinsicht inspirierende und vorbildliche Frau“. Die langjährige Bischöfin der evangelischen Landeskirche Hannovers und spätere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) ist für Fandel „eine Alice Schwarzer der Kirche“. Nicht nur, weil Käßmann als erste Frau diese Spitzenämter erobert hat, sondern auch, weil sie sich in ihrer unbequemen, unangepassten Art für für ihre Überzeugung stark macht – auch was Frauen in der katholischen Kirche angeht.

Ein Thema, das Fandel auf jeden Fall ansprechen will. Und natürlich auch, die Hintergründe ihres Rücktritts, der 2010 bundesweit für Schlagzeilen und Debatten sorgte. „Sie ist nach ihrer Alkoholfahrt mit dieser menschlichen Schwäche so geradlinig, offen, ehrlich und konsequent umgegangen, dass sie im Nachgang nichts von ihrer Beliebtheit in der Öffentlichkeit eingebüßt hat“, sagt Fandel.

Ihr Fehler habe die Führungsämter, die sie inne hatte, beschädigt und sie könne diese nicht mehr mit der notwendigen Autorität ausüben, begründete sie damals ihren Rücktritt. Später wurde sie gebeten, erneut als Landesbischöfin zu kandidieren, sie schlug es aus – ähnlich wie auch eine Kandidatur als Bundespräsidentin. Heute hat sie sich weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

„Bemerkenswert unangepasst“ sei Käßmann, sagt Fandel. Eine, die niemanden nach dem Mund redet. Vor zwei Jahren hatte Fandel Käßmann schon mal eingeladen. Damals hat sie sich gerade in den Ruhestand verabschiedet und abgelehnt, weil sich nun für sie erst mal alles fügen müsse in dem neuen Lebensabschnitt. Auch darüber will Fandel ins Gespräch kommen: „Sie schreibt ja sehr beherzt über das Älterwerden.“ Wenn der Tod näher rückt, ist es für einen Gläubigen einfacher damit umzugehen? Das und vieles mehr wird Thema sein. Oder es läuft anders. Denn auch das macht die Reihe „Einblicke“ aus. Nichts ist bis ins letzte Detail geplant. Ein Gespräch, das Raum für Überraschungen lässt.

ARCHIV - 23.04.2015, Bayern, Nürnberg: Margot Käßmann, frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) lächelt. Am 03.06.2018 wird Käßmann 60 Jahre alt. (zu dpa: «Theologin und «Bischöfin der Herzen» Margot Käßmann wird 60» vom 01.06.2018) Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++. Foto: dpa/Daniel Karmann

Die Reihe Einblicke mit Margot Käßmann ist am Donnerstag, 21. November, 19 Uhr, im Haus Beda. Der Kartenvorverkauf beginnt am Dienstag, 29. Oktober, 8 Uhr. Karten gibt es bei www.ticket-regional. de

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