"Eine Aufgabe, der ich mich mit Freude stelle"
Irrel · Vier Jahre lang hat Moritz Petry die Geschicke der Verbandsgemeinde (VG) Irrel geleitet. Eine Arbeit, die ihm Spaß macht und die er gerne als Bürgermeister der neuen VG Südeifel weiterführen würde. Im TV-Interview spricht er über erreichte Ziele und was er für die Zukunft plant.
Irrel. Moritz Petry, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Irrel, hat sich so richtig eingelebt. Seit vier Jahren leitet er die Geschicke der VG, und normalerweise wäre jetzt gerade mal die Hälfte seiner Amtszeit vorüber, doch mit der Kommunalreform hat das Land ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zum 1. Juli verschmelzen die Verbandsgemeinden Irrel und Neuerburg zur VG Südeifel. Und dafür wird am 25. Mai ein neuer Bürgermeister gewählt. Eine Aufgabe, der sich Petry gerne stellen würde. Mit TV-Redakteurin Stefanie Glandien sprach er über erreichte Ziele, was er gerne noch umgesetzt hätte und was er macht, wenn ihn die Bürger nicht wählen sollten.Kommunalwahl 2014
Vier Jahre waren Sie Bürgermeister der Verbandsgemeinde Irrel. Was haben Sie in dieser Zeit erreicht, worauf sind Sie besonders stolz?Moritz Petry: Ich bin besonders stolz darauf, dass der Haushalt 2014 fast ausgeglichen ist und die Verschuldung bei den ordentlichen Krediten in den letzten vier Jahren um über 500 000 Euro reduziert werden konnte. Wir haben einen Solidarpakt Windkraft abgeschlossen. Im Bereich Tourismus profitieren wir seit Jahren von stabilen Übernachtungszahlen sowie steigenden Gästezahlen und haben gleichzeitig durch die Professionalisierung unserer Strukturen die Kosten im Griff.Was hätten Sie noch gerne verwirklicht?Petry: Gute Frage. (überlegt) Ich hätte gerne die Flächennutzungsplanung für die Windkraft schneller vorangetrieben und früher eine alternative Wärmeversorgung für das Hallenbad sichergestellt. Auf welchem Stuhl sitzen sie am 1. Juli dieses Jahres?Petry: Wenn der Wähler dies möchte, auf dem Stuhl des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Südeifel.Die Klage gegen die Fusion mit der VG Neuerburg läuft, könnte das den Neuerburger Wählern nicht sauer aufstoßen?Petry: Das glaube ich nicht. Die Bürger wissen, dass sich die Irreler gegen das Gesetz aus Mainz wehren und nicht gegen die Menschen in der VG Neuerburg.Was werden Sie als Erstes anpacken, wenn Sie Bürgermeister der VG Südeifel werden?Petry: Das Wichtigste ist, die Verwaltung neu zu strukturieren und zusammenzuführen, möglichst ohne, dass der Bürger davon etwas merkt. Die Irreler werden ja merken, dass ihr Verwaltungssitz weg ist. Was bedeutet dieser Verlust für Irrel?Petry: Dies ist ein schmerzlicher Verlust für Irrel, weswegen sichergestellt werden muss, dass sich die Erreichbarkeit und die Qualität der Verwaltungsdienstleistungen für alle Bürger und Ortsgemeinden in der VG Südeifel nach der Fusion nicht verschlechtert. Wo können Sie sich sinnvolle Kooperationen zwischen Neuerburg und Irrel vorstellen?Petry: Im Bereich Tourismus und den Werken.Was mögen Sie an Ihrem Beruf?Petry: Den Kontakt mit Menschen.Gibt es einen Plan B, wenn es mit der Wahl am 25. Mai nicht klappt?Petry: Dann habe ich die Möglichkeit, als hauptamtlicher Beigeordneter für die VG Südeifel zu arbeiten. Zwei verschuldete Verbandsgemeinden werden zusammengelegt. Kann man da als Bürgermeister überhaupt noch etwas gestalten? Petry: Das wird eine verdammt schwere Aufgabe, der ich mich aber mit Freuden stelle. snExtra
Moritz Petry ist in Mainz geboren und 38 Jahre alt. Er hat Politik, Betriebswirtschaft und öffentliches Recht studiert. Vor vier Jahren wurde er zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde Irrel gewählt. Zuvor war er bei einer Personalberatungsfirma in Frankfurt tätig, die Fach- und Führungskräfte im Finanzbereich vermittelt. Zusammen mit seiner Frau Juliane und seinen beiden Kindern, Madita (vier Jahre) und Nicolas (sechs Jahre), lebt er in Holsthum. sn