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Eine Fusion der Dörfer ist nicht in Sicht

Eine Fusion der Dörfer ist nicht in Sicht

Die Ortsbürgermeister in Halsorf, Stockem und Enzen haben einen Zusammenschluss ihrer Dörfer erwogen. Doch bevor die Pläne konkreter werden konnten, stand die Fusion der Verbandsgemeinden Bitburg-Land und Kyllburg an. Diese ist vollzogen, in den drei Ortsgemeinden liegen derweil die Fusionsgespräche auf Eis.

Halsdorf/Stockem/Enzen. Schon bevor die Verbandsgemeinden (VG) im Eifelkreis Bitburg-Prüm fusionierten, ist in drei kleinen Orten in der VG Bitburger Land die Idee entstanden, sich zusammenzuschließen. Halsdorf hat rund 110 Einwohner, Enzen 44 und Stockem 90 Einwohner - sie liegen im Süden der VG.
Doch inzwischen müssen sich die Verantwortlichen eingestehen, dass sie die gute Idee nicht richtig angepackt haben. "Wir hätten die Bürger von Beginn an mit ins Boot nehmen müssen und eine Bürgerbefragung machen", gesteht Halsdorfs Bürgermeister Werner Viktor ein. Viele Bürger in den drei Orten fühlten sich übergangen, weil sie teilweise nur vom Hörensagen von den Ideen erfahren hätten. Damit sei ein wichtiger Punkt verspielt gewesen.
"Derzeit liegen die Gespräche auf Eis", erklärt auch Enzens Ortsvorsteher Manfred Elsen. Und auch die beiden anderen Bürgermeister bestätigen dies. "Wir werden sicherlich nochmal einen Anlauf starten", schätzt Viktor. Auf einen konkreten Zeitplan will sich der Ortsbürgermeister aus Halsdorf nicht festlegen. Viktor glaubt, dass vielleicht nach den Landtagswahlen 2016 ein neue Initiative gestartet werden könnte. "Vielleicht gibt es ja von einer neuen Landesregierung neue Impulse." Eventuell könnte auch ein weiteres Datum eine Rolle spielen: 2019 stehen die nächsten Kommunalwahlen an. Laut Viktor ein weiteres Datum, das bei etwaigen Fusionsgedanken eine Rolle spielt.
In den 72 Ortsgemeinden der VG Bitburger Land leben rund 25 000 Bürger, im Schnitt 336 Menschen pro Ort. Von dieser Größe sind die drei Gemeinden weit entfernt, gemeinsam kommen sie auf 244 Einwohner. Doch dass schiere Größe ein Argument für die Fusion sein kann, davon lässt sich Enzens Bürgermeister Manfred Elsen nicht überzeugen. "Es gibt auch kleinere Orte, die selbstständig sind." Elsen will nicht ausschließen, dass es noch zur Fusion kommen kann.
Fakt ist, dass die Orte bereits auf verschiedenen Ebenen zusammenarbeiten. "Wir haben zum Beispiel eine gemeinsame Feuerwehr und auch andere gemeinsame Vereine", erklärt Viktor. Außerdem wird das in Halsdorf angesiedelte Gemeindehaus von Bürgern aus allen drei Dörfern genutzt. Bei der VG-Verwaltung in Bitburg hat man die Fusionsgedanken seinerzeit mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen. "Das Dorf ist die Keimzelle. Wenn es zu freiwilligen Zusammenschlüssen kommen könnte, dann unterstützen wir diese Bestrebungen gerne", erklärt VG-Bürgermeister Josef Junk. Doch Junk ist sich bewusst, "dass die Initiative von den Ortsgemeinden ausgehen muss". Deshalb wird die Verwaltung in Bitburg auch nicht aktiv werden, um die Fusion voranzutreiben.
"Wenn wir weiter über Fusionen reden, dann sollten wir mit allen Beteiligten sprechen, auch mit Bettingen", sagt Stockems Ortschef Markus Gaspers und bringt damit eine weitere Möglichkeit ins Spiel. Es scheint noch einigen Diskussionsbedarf zu geben, bevor es die erste freiwillige Fusion von Ortsgemeinden in der Eifel geben wird.