Eine Lücke weniger

Angekündigt ist der Bau des Radwegs von Daudistel nach Sinspelt schon lange. Jetzt ist er auch beschlossen und genehmigt. Im Spätherbst werden die Baumaschinen anrollen und eine weitere Lücke im Radwegenetz schließen.

Neuerburg. 25 Kurven und viel Verkehr hat die Landesstraße 4 zwischen Neuerburg und Sinspelt. Radfahrer und motorisierter Verkehr müssen sich im Moment noch eine Trasse teilen. Für die Radfahrer ist dies zumindest tagsüber eine gefährliche Angelegenheit, wenn die Einheimischen mit Tempo 100 die Kurve kratzen. Der Autofahrer ärgert sich über Radfahrergruppen, die aufgrund der schlecht einsehbaren Strecke nur schwer zu überholen sind.

Abhilfe ist schon seit längerem propagiert: Auf den Internetseiten der Verbandsgemeinde wird der Bau des Radwegestücks zwischen Daudistel und Sinspelt immer noch für August angekündigt. Bisher konnte man aber auch bei genauester Betrachtung der geplanten Trasse das Gras immer noch ungestört wachsen sehen. Die Bagger werden aber noch in diesem Jahr anrollen. Die Verzögerung seitens der Verbandsgemeinde lag laut Bürgermeister Norbert Schneider an der notwendigen Zustimmung der verschiedenen Grundstückseigentümer. Die Bedürfnisse der Jagdgenossenschaft wurden ebenfalls berücksichtigt. Zudem musste bei der Festlegung der Linienführung auch den naturschutzrechtlichen Vorgaben entsprochen werden. Nach Abschluss dieser Verhandlungen konnte durch den Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein das Baurecht erlangt werden und die Gesamtmaßnahme als Gemeinschaftsunternehmung von Land und VG ausgeschrieben werden.

Die Auftragsvergabe erfolgt laut Oliver Arimond vom LBM am 15. Oktober. Ein Baubeginn vor dem 1. November wäre "aus Gründen der Landespflege auch nicht zulässig" gewesen, so Arimond. Die Landespflege, also die Vermeidung unnötigen Schadens an der Vegetation, gibt auch den Bauzeitraum bis Ende Februar 2010 vor.

Das gesamte asphaltierte neue Teilstück wird eine Länge von 2,4 Kilometern haben, von denen 1,6 Kilometer als reiner Radweg mit 2,5 Metern Breite parallel zur L 4 geführt werden. Im Mittelteil ist dies wegen des Bachlaufes der Enz nicht möglich, dort wird der Radweg mit zwei Brückenbauwerken auf die andere Talseite geführt und als drei Meter breiter kombinierter Rad- und Wirtschaftsweg ausgeführt. Diese geografischen Widrigkeiten treiben allerdings die Kosten des Teilstückes in die Höhe, deren genauer Umfang wegen der noch laufenden Ausschreibung nicht bekanntgegeben wird. Aufgrund der Wegeführung und der Brücken müssen die Radfahrer am Beginn und am Ende des kombinierten Wegestücks jeweils scharf abbiegen, was das zügige Dahingleiten auf dem Radweg immer wieder unterbricht.

Rechtzeitig zur neuen Fahrradsaison soll das neue Radwegestück also fertiggestellt werden. Damit ist ein weiterer Schritt zu einem durchgängigen Radweg von Prüm nach Trier geschaffen, denn von Prüm bis Neuerburg ist der Radweg schon fertig und die noch nicht asphaltierten Lücken werden demnächst geschlossen. Die Fortsetzung nach Süden Richtung Trier ist ab Peffingen durchgängig. Das fehlende Stück von Enzen bis Peffingen befindet sich laut Jürgen Backes, Bürgermeister der VG Bitburg-Land, ebenfalls in Planung.