Eine Million Euro für neuen Eifelpark

Gondorf · Schlüsselübergabe im Eifelpark: Die neuen Besitzer Nadine Löwenthal und Alexander Goetzke haben gestern ihr Konzept für den Freizeitpark in Gondorf vorgestellt. Die Münchener Unternehmer wollen in neue Attraktionen investieren.

Gondorf. Ein großer silberfarbener Schlüssel soll den Betreiberwechsel im Eifelpark markieren. Doch auf eine Schlüsselübergabe mit dem bisherigen Pächter müssen die neuen Eigentümer Alexander Goetzke und Nadine Löwenthal verzichten - Bernd Capellen erscheint am Montag nicht zum Pressetermin in Gondorf. Was Goetzke davon hält? "Dazu sage ich nichts. Wir machen einen Neuanfang." Und der soll allein im ersten Jahr eine Million Euro kosten.
Achterbahn und Spielplätze


Im Januar will das Ehepaar mit seinen zwei Kindern von München in die Eifel ziehen und den Gondorfer Park wieder auf Vordermann bringen. Die Familie kommt aus dem Schausteller-Gewerbe und verdient mit Fahrgeschäften auf Rummelplätzen ihr Geld. Löwenthals Vater betreibt im Allgäu den Skyline-Freizeitpark mit Achterbahnen und Streichelzoo. Im Eifelpark wollen sie neben den bekannten Angeboten wie dem Bergbahnhof und dem Eifel-Coaster, dessen Nutzung dann im Eintrittspreis enthalten sein soll, auch neue Attraktionen schaffen.
Schon für die nächste Saison, die am 5. April 2014 startet, sind eine Familienachterbahn, ein Kinderkarussell und drei neue Spielplätze inklusive eines großen Wasserspielplatzes geplant. Der Streichelzoo wird umziehen und komplett neu gestaltet, die Vogelvolieren werden vergrößert. Auch das gastronomische Angebot soll aufgewertet werden. "Da haben wir uns ganz schön was vorgenommen", gibt Goetzke zu. "Aber wir werden investieren müssen, sonst kommen keine Gäste." Welche Summe die Familie für den Eifelpark selbst bezahlt hat, ist nicht bekannt. Um mehr Besucher, auch aus dem Ausland, in den Park zu locken, wollen die neuen Besitzer eng mit dem angrenzenden Hotel Waldhaus Eifel zusammenarbeiten.
Bevor die Umbauarbeiten beginnen, wird der Wildpark den Besuchern schon ab Freitag, 1. November, wieder offen stehen. "Die Leute sollen sehen, dass ihr Eifelpark noch existiert", sagt Löwenthal. Der Wildpark ist dann täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet.
Den Gondorfer Ortsbürgermeister Otmar Kaufmann überzeugt das neue Konzept: "Es ist äußerst positiv, dass es mit jungem Charme und Energie weitergeht." Konfliktpotenzial wie bei Fragen der Pacht, die in der Vergangenheit für Ärger sorgten, sieht er nicht: "Wenn man miteinander sprechen will, wird das auch was." Das neue Konzept bringt aber auch einen Abschied mit sich, an den sich treue Besucher wohl erst gewöhnen müssen: Die Figuren Petz und Petzi werden in Zukunft nicht mehr für den Eifelpark werben. Bären bleiben zwar weiter das Aushängeschild, doch die sollen in Zukunft peppiger und "trendy" aussehen. Man darf gespannt sein.
Aktuelle Infos zum Eifelpark gibt es auf der neuen Internetseite www.eifelpark-gondorf.com
Extra

Der bisherige Betreiber Bernd Capellen hatte 2004 den Eifelpark vom insolventen Vorgänger, der Schulte-Wrede-Gruppe, übernommen. Im Januar 2013 meldete Capellen Insolvenz für seine Eifelpark GmbH an. Vorausgegangen war ein langjähriger Streit zwischen der Gemeinde und dem Betreiber, der sich vor allem um die Höhe der Pacht für die 300 Stellplätze des Parks drehte. Ein Vermittlungsgespräch im Kreishaus scheitere im Dezember 2012. Nach dem Insolvenzantrag meldeten sich noch im Januar die ersten Interessenten, darunter drei Niederländer, um den Eifelpark zu übernehmen. Capellen erklärte sich bereit, den Park diese Saison noch zu betreiben, schloss aber Mitte Oktober eine Woche früher als geplant. Unter den letzten zwei Interessenten für den Eifelpark bekamen am 16. Oktober Alexander Goetzke und Nadine Löwenthal den Zuschlag. maf