Eine neue Steckdose für Bitburg

Eine neue Steckdose für Bitburg

Mit der Anschaffung eines Hybridfahrzeugs wagt die Bitburger Stadtverwaltung ihren ersten Schritt in Richtung Elektromobilität. Unterstützt wird sie dabei vom Energieversorger RWE, der auf dem Parkplatz Grüner See eine Ladestation für Elektrofahrzeuge errichtet hat.

Bitburg. Dass ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung das alte Dienstfahrzeug großartig vermissen wird, ist eher unwahrscheinlich. Denn der mintgrüne VW Polo hat mit seinen 16 Jahren die beste Zeit hinter sich. Genutzt wird er überwiegend im Stadtgebiet und hierbei vor allem für Fahrten vom Rathaus zum städtischen Bauhof, also überwiegend für Kurzstrecken. "Der Polo ist eine Heizerkiste, mit seinen vier Gängen", sagt Berthold Steffes grinsend. Der Leiter des städtischen Tiefbauamts hat schon viele Stunden in dem grünen Gefährt verbracht. Und er hat den Nachfolger getestet, der sich mit dem bisherigen Dienstfahrzeug der Stadt nicht wirklich vergleichen lässt.
Nicht nur, weil der Nachfolger neuer und größer ist, sondern weil dieser auch einen anderen Antrieb hat. Die Stadt hat nämlich ein Hybridfahrzeug angeschafft. Einen Toyota Prius, der sowohl mit Kraftstoff als auch mit Strom fährt und an dessen Kosten (rund 30 000 Euro netto) sich auch das RWE im Rahmen seines Kommunalen Förderprogramms mit weitaus mehr als der Hälfte beteiligt hat
Darüber hinaus hat der Energieversorger auf dem Parkplatz Grüner See auch eine Ladestation für Elektrofahrzeuge errichtet. Gestern wurde sie offiziell in Betrieb genommen und ist damit Bitburgs erste öffentliche PKW-Stromzapfsäule. Wer sein Fahrzeug laden will, parkt auf der dafür vorgesehenen Fläche und schließt den Stecker an. Alles Weitere wird dann automatisch per Mobiltelefon geklärt (siehe Extra). Wie Michael Arens, Regionalleiter der RWE Deutschland AG, erklärt, gebe es derzeit auch noch Gespräche mit der Kreisverwaltung zur Errichtung einer weiteren Ladestation in Bitburg. Diese sei allerdings nicht im Bereich der Verwaltung, sondern auf dem Bedaplatz vorgesehen. Nach Prüm und Arzfeld sei Bitburg damit der dritte Ort im Kreisgebiet, der über eine RWE-Station verfüge. Eine weitere Säule sei in Speicher geplant, sagt Arens, "und dann muss man sehen, ob vielleicht auch noch Irrel und Neuerburg dazukommen". Ziel sei, auch im ländlichen Bereich eine Infrastruktur aufzubauen.
Angesichts der derzeit noch geringen Reichweite von reinen Elektrofahrzeugen (in der Regel unter 150 Kilometer) ist diese Infrastruktur auch notwendig. Vor allem im dünn besiedelten Raum von Eifel und Mosel. Doch hält sich der Anteil von reinen Elektrofahrzeugen ohnehin noch stark in Grenzen. So gab es in Deutschland Anfang 2012 unter den 51,7 Millionen angemeldeten Fahrzeugen gerade Mal 4541 Elektroautos. In den Landkreisen Bernkastel-Wittlich, Vulkaneifel und Eifelkreis Bitburg-Prüm waren unter den insgesamt 220 000 zugelassenen Fahrzeugen noch nicht mal ein Dutzend unterwegs. uhe
Extra

An der Ladestation Grüner See können gleichzeitig zwei Fahrzeuge geladen werden. Nachdem der Nutzer sein Fahrzeug angeschlossen hat, stellt er per Smartphone-App oder aber per SMS an die auf der Säule angegebene Nummer eine Ladeanfrage. Er gibt dann minutengenau an, wie lange sein Fahrzeug geladen werden soll. Die Kosten für den Ladevorgang (1,95 Euro für elf Kilowatt pro Stunde) werden monatlich abgerechnet. Bei Kunden, die mit dem RWE einen Autostromvertrag haben, werden mit dem Anschluss des Fahrzeugs automatisch alle Daten an die Säule übermittelt. uhe

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