Eine runde Sache: Der neue Kreisverkehr an der L5 bei Rittersdorf

Eine runde Sache: Der neue Kreisverkehr an der L5 bei Rittersdorf

Früher hat es an der Landesstraße 5 so manchen schweren Unfall gegeben. Der Bau des Kreisverkehrs zwischen Bickendorf und Rittersdorf sollte Abhilfe schaffen. Offenbar hat er sich bewährt. Eine Bilanz.

Als Unfallschwerpunkte gelten Bereiche, in denen binnen eines Jahres mindestens fünf gleichartige Unfälle passieren. Und genau das war am Kreuzungsbereich der L5, L12 und der K74 nördlich von Rittersdorf der Fall. Allein zwischen 2006 und 2013 haben sich dort 16 Unfälle ereignet. Zwei Menschen wurden dabei getötet, ein dritter starb wenige Zeit später an den Folgen des Unfalls. 19 weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.
Um das Risiko zu minimieren, wurde deshalb bereits vor sechs Jahren im Umfeld der Kreuzung eine Tempo-70-Zone eingerichtet. Zu Unfällen kam es dort aber weiterhin. Und das gleich zwei Mal innerhalb weniger Wochen.

So stieß beispielsweise Anfang 2012 zunächst ein PKW mit einem kleinen Schulbus zusammen. Dabei wurden ein Kind, eine Lehrerin und der Busfahrer verletzt.

Wenige Tage später kam es dann erneut zu einem Zusammenstoß zwischen einem Auto und einem Linienbus. In beiden Fällen wurde der Bus auf der Vorfahrtsstraße übersehen.

Im vergangenen Jahr wurde dann schließlich an der gefährlichen Kreuzung ein Kreisverkehr errichtet. Und seitdem hat sich die Lage merklich entspannt. Zwar hat es nach Auskunft der Polizeiinspektion Bitburg auch im Kreisverkehr bereits Unfälle gegeben. Doch seien diese bislang harmlos gewesen, wie ein Sprecher der Polizei auf Anfrage mitteilt.
Zufrieden mit der Situation sind auch die Ortsbürgermeister der umliegenden Gemeinden, die bereits vor Jahren den Bau eines Kreisels gefordert hatten. "Das hat absolut zur Entschärfung der Situation beigetragen", sagt Arnold Berg, Ortsbürgermeister in Bickendorf. "Schade ist nur, dass es so lange gedauert hat", fügt Berg hinzu. Wobei an den Unfällen nicht nur die Kreuzung an sich, sondern vor allem die Verkehrsteilnehmer schuld gewesen seien. "Hätten sich die Fahrer ein bisschen mehr an der Beschilderung orientiert, dann wäre auch weniger passiert", ist Berg überzeugt.

Das glaubt auch sein Amtskollege Peter Billen aus dem Nachbarort Nattenheim, von wo aus die K74 auf den Kreuzungsbereich stößt. "Durch den Kreisverkehr wird der Durchgangsverkehr auf der L5 gebremst" sagt Billen, für den der Kreisel eine gelungene Maßnahme ist. "Wir sind damit sehr zufrieden", so der Nattenheimer Ortsbürgermeister. Noch zufriedener wäre er allerdings, wenn es auch auf der anderen Seite von Nattenheim ebenfalls eine solche Anlage gäbe. Dort nämlich kreuzen sich die von Nattenheim nach Fließem verlaufende K74 und die L32 (Nebenstrecke der B51). Wie Billen erklärt, hätten sich auch dort in der Vergangenheit bereits schwere Unfälle ereignet. Bislang aber seien die zuständigen Behörden auf die Forderung seiner Gemeinde nicht eingegangen, sagt der Ortschef.

"Uns wäre ja schon geholfen, wenn es dort auf der L32 wenigstens eine Tempo-70-Zone gäbe", meint Billen. Zudem sei es ihm auch unbegreiflich, dass es dort noch nicht einmal ein Überholverbot gebe.

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