Eine Schlichtung für Oberweiser Sportplatz-Streit geplant

Eine Schlichtung für Oberweiser Sportplatz-Streit geplant

Der Streit der Oberweiser mit der Verbandsgemeinde (VG) Bitburg-Land um den Sportplatz schwelt seit Jahren. Trotzdem sind beide Seiten optimistisch, eine gemeinsame Lösung zu finden. Schließlich soll in Kürze eine Mediation zwischen allen Beteiligten den Frieden bringen.

Oberweis. Ein Sportplatz, der seit Jahren für Zwist sorgt: Die Fronten zwischen Oberweis und VG Bitburg-Land sind verhärtet. Trotz des Streits, der 2005 vor Gericht landete, glauben beide Seiten an eine gemeinsame Lösung. Eine Schlichtung zwischen allen Beteiligten ist in Kürze angedacht, bei der ein Kompromiss erarbeitet werden soll.
Die Vorgeschichte: 1975 gingen Camping- und Sportplatz von der Ortsgemeinde in den Besitz der VG Bitburg-Land über, die den Campingplatz bis 1989 selbst bewirtschaftete und dann verpachtete. Der Rechtsstreit entbrannte 2005, als die VG den Campingplatz an den derzeitigen Pächter veräußern wollte.
Oberweis sollte mit 150 000 Euro vom Verkauf des Sportplatzes profitieren - zu wenig allerdings, um einen neuen Platz für rund 900 000 Euro zu errichten. Aus diesem Grund forderte Oberweis die Anlage zurück. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) urteilte 2007, dass die Ortsgemeinde darauf nach 30 Jahren kein Recht habe. Das bestätigte das Bundesverwaltungsgericht 2008. Der Oberweiser Versuch, mit einer Änderung des Bebauungsplans zu verhindern, dass der Sportplatz zum Campen genutzt wird, wurde abgelehnt.
"Man sollte sich zusammensetzen und Klartext reden", fordert Simon Kohlhaas (19), Spieler des SV Oberweis, eine Einigung. Lösung ja, aber darin soll der Oberweiser Sportplatz eine Rolle spielen, lautet der Tenor der Sportkameraden des SV Oberweis. Peter Weiler, 17-jähriger B-Jugendspieler: "Bei der Zahl der Mannschaften der SG BOB brauchen wir drei Plätze." Dabei handelt sich um die Spielgemeinschaft Baustert, Oberweis und Bettingen. Tobias Bales (21), Trainer der B-Jugend-Mannschaft, hält den Platz für ein wichtiges Standbein des Vereins: "Das Eintrittsgeld bei Heimspielen ist eine der wenigen Einnahmequellen, die der Verein hat." Vereinsvorsitzender Albert Bales ist auch der Ansicht, dass der Rasenplatz vonnöten ist. "Aber wir wollen kein weiteres Öl ins Feuer gießen", sagt Bales. Dass es schwer ist, diese vier Parteien unter einen Hut zu bekommen, weiß VG-Chef Josef Junk zu gut. "Wir versuchen, dem Sportverein gerecht zu werden", betont Junk. Die Angelegenheit in Oberweis sei so festgefahren, dass man so etwas wie einen Schlichterspruch wie bei Stuttgart 21 bräuchte, sagt Junk. Und der soll demnächst folgen. "Es ist eine Mediation geplant, bei der alle Beteiligten an einem gemeinsamen Tisch sitzen", sagt der VG-Chef. Zuvor hatte die Ortsgemeinde der VG bereits Lösungs-Varianten vorgelegt.
Variante 1: Neubau eines Gemeindezentrums mit neuem Sportplatz; ein finanzieller Brocken - zwei Millionen Euro. Variante 2: Oberweis kauft der VG Sport- und Campingplatz ab und betreibt das Freibad selbst; Preis 500 000 Euro plus 50 000 Euro Betriebskosten-Zuschuss jährlich. Beide Seiten stehen derzeit in gemeinsamen Gesprächen, um die Angelegenheit in einem Kompromiss zu beschließen.
Auf dem Platz in Oberweis absolviert die B-Jugend zwei Trainingseinheiten und ein Spiel pro Woche. Zwei Senioren-Teams und eine Altherren-Mannschaft tragen ihre Spiele dort aus. zad

Meinung

Runder Tisch für runde Lösung
Zu lange schwelt der Streit der Oberweiser mit der Verbandsgemeinde Bitburg-Land bereits, ohne dass die Streithähne sich auf einen gemeinsamen Nenner einigen konnten. Nun soll ein Runder Tisch her, an dem alle Beteiligten Platz nehmen, um sich endlich auf einen Kompromiss zu einigen, mit dem alle leben können. Abstriche muss dabei jeder wohl machen. So sind Kompromisse nun einmal. d.zapp@volksfreund.de

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