Einen Preis fürs schönste Parken

Zweckverband Flugplatz Bitburg : Einen Preis fürs schönste Parken

Der Robert-Schuman-Platz auf dem Gelände der Alte Kaserne soll neugestaltet werden. Der dafür zuständige Planer wird nun mit Hilfe eines Architektenwettbewerbs ermittelt.

Dass es bei der Gestaltung von öffentlichen Plätzen nicht immer einfach ist, es allen recht zu machen, ist eine Erfahrung, die in jüngster Zeit sowohl die Stadt Bitburg als auch Prüm machen durfte. Die Gestaltung des Hahnplatzes spaltet die Gemüter ebenso wie die Neugestaltung des Bitburger Petersplatzes.

In beiden Fällen gab es zuvor einen Architektenwettbewerb. Und ein solches Verfahren ist nun auch bei der Umgestaltung eines weiteren innerstädtischen Areals geplant. Diesmal geht es wieder um Bitburg, konkret um den Robert-Schuman-Platz auf dem Gelände der Alten Kaserne. Was ursprünglich ein Exerzierplatz für Soldaten war, dient seit Jahrzehnten als Parkplatz. Genau genommen ist es mit 9000 Quadratmetern sogar Bitburgs größter Parkplatz. Mitte Mai wurde in der Sitzung des Zweckverbands Flugplatz Bitburg, der auch für die Konversion der Alten Kaserne zuständig ist, ein Rahmenkonzept zur Umgestaltung des Areals vorgestellt. Rund 800 000 Euro, für die ein Zuschuss in Höhe von 70 Prozent erwartet wird, sind laut Rahmenplan für das Projekt veranschlagt (der TV berichtete).

Knapp vier Monate später liegt den Mitgliedern der Zweckverbandsversammlung nun eine Beschlussvorlage zur Veranstaltung eines offenen Planungswettbewerbs vor. Betreut werden soll dieses Verfahren durch ein Architektenbüro aus Ingelheim, das dafür rund 23 500 Euro erhält. Weitere 31 000 Euro sind an Preisgeldern sowie Honorar und Reisekosten für die Fachpreisrichter der Jury vorgesehen.

Für Winfried Pütz, der als Mitglied der Stadt im Zweckverband sitzt, stellt sich angesichts dieser zusätzlichen Kosten die Frage, ob das wirklich notwendig ist. „Es ist ein Parkplatz und es bleibt ein Parkplatz“, so Pütz. „Warum brauchen wir dafür einen Architektenwettbewerb?“

Die Antwort darauf kommt vom Verbandsvorsitzenden Joachim Streit. Bei der Alten Kaserne handle es sich nun mal um das größte Flächendenkmal das Kreises, erklärt der Landrat. „Und dieser Platz liegt auch nicht irgendwo, sondern mit Blick auf die Housing irgendwann in der Mitte der Stadt“, fügt er hinzu. Von daher sei es wichtig, sich bei der Veränderung des Platzes Gedanken über die Qualität der Gestaltung zu machen.

Zumal es ja auch nicht nur um die reine Parkfläche gehe, wie der Geschäftsführer des Zweckverbands, Helmut Berscheid, betont. Vorgesehen ist laut Rahmenplanung nämlich auch eine Aufwertung des Fußgängerbereichs am Rande des Platzes entlang der Maria-Kundenreich-Straße. Dieser Weg, der in seiner Verlängerung unter dem Ostring hindurch auf das Gelände der benachbarten Hous­ing führt, soll ebenfalls mehr Aufenthaltsqualität erhalten. So sind entlang dieser Achse auch Stelen aus Glas vorgesehen, die mit historischen Aufnahmen des Kasernengeländes bedruckt werden sollen. Das zumindest sieht der Rahmenplan vor. Was die Architekten daraus machen, wird der Wettbewerb zeigen, dessen Ausrichtung die Verbandsversammlung einstimmig beschließt.

Momentan verfügt der Parkplatz über vier Zufahrten. Abgesehen von dem kleinen Anschluss am südöstlichen Zipfel des Platzes (Else-Kallmann-Straße) soll das Areal zukünftig nur noch über die Zufahrt an der Mittelachse des Platzes erschlossen werden. Die an dieser Achse vorhandenen Bäume sollen genau wie der übrige Bewuchs auf dem Platz verschwinden und durch neue Bäume ersetzt werden. Das derzeitige Pflaster bleibt erhalten und wird nur an den schadhaften Stellen ausgebessert. Und auch an der Kapazität der Parkfläche mit derzeit 310 Stellplätzen soll sich nicht viel ändern.

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