Einfach mal zuhören

Psychische Erkrankungen haben weit reichende Folgen für die Familie des Patienten. Egal, wie sich die Erkrankung im Einzelfall äußert: Kinder, Eltern oder Lebenspartner müssen sich zwangsläufig damit auseinandersetzen.

Psychische Erkrankungen haben weit reichende Folgen für die Familie des Patienten. Egal, wie sich die Erkrankung im Einzelfall äußert: Kinder, Eltern oder Lebenspartner müssen sich zwangsläufig damit auseinandersetzen. In der Regel werden sie daran arbeiten, dem geliebten Menschen auf irgendeine Weise zu helfen. Oft genug werden sie sich bei dem Versuch aufreiben, das Zusammenleben einigermaßen erträglich zu gestalten und vielleicht sogar schrittweise zu verbessern. All dies kostet viel Kraft und Durchhaltevermögen. Wenn dann noch schräge Blicke oder dumme Sprüche von Außenstehenden dazu kommen, kann das bei Angehörigen extreme Reaktionen hervorrufen. Manchen platzt vielleicht der Kragen, andere ziehen sich völlig zurück und fressen die Sorgen in sich hinein. Nun gibt es auch im weiteren Umfeld betroffener Familien immer Menschen, die sich aufrichtig Sorgen machen. Doch viele schrecken vor dem Ungewohnten zurück. Verunsichert, ratlos, gehemmt. Dabei könnte es schon helfen, mal ganz unverbindlich vorzufühlen. Betroffene Angehörige mal einzuladen oder zu besuchen, sie erzählen zu lassen, einfach zuzuhören. Was in jeder "normalen" Beziehung selbstverständlich sein sollte, gilt erst recht bei komplizierteren Umständen. Wenn Angehörige – und natürlich die Patienten selbst – das Gefühl haben, dass ihnen Verständnis und Mitgefühl entgegengebracht werden, werden sie die Herausforderung, ihr Leben zu meistern, mit frischem Mut angehen. Was die Angehörigen in der Caritas-Gruppe untereinander vormachen, müssen andere aus dem Umfeld nur nachmachen. m.hormes@volksfreund.de

Mehr von Volksfreund