Eingestaubt und abgedreht

Das war's für den "Vulkan": Die Hauptdreharbeiten für den teuersten RTL-Film aller Fernsehzeiten (der TV berichtete) sind am Montag im Oberen Kylltal, am Flugplatz Dahlemer Binz, zu Ende gegangen. In der Eifel kehrt wieder vorkatastrophale Ruhe ein.

Dahlem. "Heiner, ich muss noch mal einstauben", sagt die Einstauberin und staubt Heiner Lauterbach mit einem dicken Püster kräftig ein. Der lässt es mit geschlossenen Augen über sich ergehen, sprintet vor den Hangar am Flugplatz in Dahlem und macht sich bereit für seine letzte Einstellung mit den Kolleginnen Ursula Karven und Sonja Gerhardt. Die drei spielen im "Vulkan" eine Familie, die in Folge der Katastrophe wieder zueinander findet.

Der "Vulkan": Der mit neun Millionen Euro teuerste RTL-Film über das größte anzunehmende Unglück in der Eifel - und eines der größten Teams, die jemals in der Region angerückt sind. Das gilt auch für den 60. Drehtag in Dahlem. "Rund 80 Leute werden wir heute wohl hier haben", sagt Regisseur Uwe Janson in der kurzen Pause zwischen zwei Einstellungen.

Am letzten Drehtag sind alle Hauptdarsteller dabei



Dazu zählen mindestens 30 schwer lädiert aussehende Komparsen und viele Mitarbeiter der Rettungsdienste aus der Region: Deutsches Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk, Feuerwehr und Bundeswehr. Am letzten Drehtag sind auch fast alle Hauptdarsteller wieder dabei: Neben Lauterbach, Karven und Gerhardt sind es heute Armin Rohde, Matthias Koeberlin, Katharina Wackernagel und Pasquale Aleardi. Aleardi, der wie die anderen gegen eine dicke Staubschicht im Gesicht anspielen muss, trägt zwei Puppen im Arm: Babies, mit denen er sich in einen bereitstehenden Hubschrauber retten wird.

Der Tag begann mit kräftigem Regen: "Der hat uns ein bisschen in Verzögerung gebracht, deshalb konnte der Heli erst etwas später in Köln starten", sagt Regie-Assistent Ralph Polinski, der zwar in Berlin wohnt, aber aus Lieser an der Mosel stammt.

Ansonsten aber sei alles gut gelaufen seit Juni, als die Dreharbeiten begannen. Heute jedoch muss das Team fertig werden - unbedingt: "Das Problem ist, dass es um 17 Uhr dunkel wird", sagt Polinski.

Nicht nur dunkel, sondern auch kalt: Viele sind in Decken gehüllt ("Rettungsdienst Kreis Euskirchen"), andere halten sich Wärmflaschen vor die Brust. Und bleiben trotzdem bester Laune: Armin Rohde, auch er staub- und dreckverschmiert, scherzt mit den Statisten, geht auf jeden Fotowunsch ein, macht Faxen mit einem der beiden echten Babies, die von ihren Eltern am Drehort betreut werden.

Dann geht es zur nächsten Einstellung. "Filmaufnahmen sind bei uns ja nicht ungewöhnlich", sagt Flugplatzchef Helmut Etten. "Aber auch immer willkommen. Zuletzt hatten wir die ,Soko Köln' hier."

17.35 Uhr in Dahlem: Ralph Polinski gibt übers Megaphon sein letztes Kommando: "Uuuund... bitte!" Es wird laut, der Hubschrauber steigt auf und verschwindet aus dem Sichtfeld. Applaus, Jubelrufe, Umarmungen. Der "Vulkan" ist abgedreht.

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