Einsicht nach Provokation

Zur Deutung der Vorsteher-Wahl im Zweckverband Gaytal-Park bieten sich mehrere Varianten an. Mit etwas Argwohn ließe sich Roger Graef unterstellen, er habe Norbert Schneider bewusst auflaufen lassen. Mit gutem Willen ließe sich einwenden, dass Graef nicht scharf auf das Amt war.

Zudem konnte er nicht davon ausgehen, dass Schneider nach dessen Rücktritt vor Jahresfrist wieder in verantwortungsvoller Position einsteigen würde. In jedem Fall war das Vorgehen des Landrats taktisch unklug, denn der Bürgermeister und die VG-Vertreter außerhalb der CDU waren plötzlich bloß gestellt - ob von der Gegenseite gewollt oder nicht. Moralisch fragwürdiges Handeln lässt sich auch eine Mehrheitsfraktion nur ungern vorwerfen, zumal von einem erfahrenen, sachlichen Kommunalpolitiker aus dem bürgerlichen Lager wie Lothar Hermes. Graef bewies schließlich durch seinen Verzicht Beweglichkeit und Größe. Nach dieser Friedenspfeife können sich die Mitglieder voll darauf konzentrieren, den Park zu retten. Begeisterung lösen die Ansätze nicht aus. Sie geben allenfalls ein wenig Hoffung für das Sorgenkind. m.hormes@volksfreund.de