Einstimmig für die Fusion: Vertreter in Bitburg bringen neue Volksbank Eifel auf den Weg

Einstimmig für die Fusion: Vertreter in Bitburg bringen neue Volksbank Eifel auf den Weg

Die Fusion ist beschlossen: Die Vertreter der Volksbank Bitburg haben sich am Dienstagabend für den Zusammenschluss mit der Volksbank Eifel Mitte ausgesprochen. Mit seiner neuen Größe macht das neue Genossenschaftsinstitut der Volksbank Trier Konkurrenz.

"Ich bin gespannt", sagt Aufsichtsratvorsitzender Peter Barz, "ob wir das Ergebnis aus Prüm noch toppen können." Dort hatten die Vertreter der Volksbank Eifel Mitte vergangene Woche bei nur einer Gegenstimme für die Verschmelzung mit der Volksbank Bitburg votiert.

Und tatsächlich setzen die Bitburger am Ende dieses Dienstagabends in der Stadthalle noch einen obendrauf: Eine Enthaltung gibt es, alle anderen Vertreter der Volksbank Bitburg sagen Ja zum Zusammenschluss. Damit ist es beschlossene Sache: Die beiden annähernd gleich starken Partner werden fusionieren. Das neue genossenschaftliche Institut, das nun entsteht, soll den Namen Volksbank Eifel tragen.

Eine Entscheidung für die Zukunft, denn die bringt wachsende Herausforderungen: das niedrige Zinsniveau, die verschärfte Regulierung, der steigende Druck - "und das trifft uns als kleine Bank härter", sagt Peter Bersch vom Vorstand der Volksbank Bitburg vor der Abstimmung. Doch man habe gesehen, was man auch habe: den starken Partner vor der Haustür, mit dem man gemeinsam in eine gute Zukunft gehen könne.

Die Fusion sei ein "strategisch wichtiger Schritt", sagt auch Vorstandskollege Michael Simonis aus Prüm. "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, weil beide Banken gut aufgestellt sind." So hat die Volksbank Eifel Mitte eine Bilanzsumme von 605 Millionen Euro, die Volksbank Bitburg 675 Millionen Euro - das macht zusammen 1,28 Milliarden Euro. Das Geschäftsfeld der neuen Bank umfasst weite Teile des Altkreises Bitburg sowie des Altkreises Prüm und des Gerolsteiner Landes. Die Genossenschaftsbanken im Raum Irrel und Westeifel bleiben selbstständig. Zusammen hat die neue Volksbank knapp 74.000 Kunden.

Die neu gewonnene Größe, vergleichbar mit der der Volksbank Trier, verspricht mehr Stärke: Da sich das Eigenkapital vermehrt, steigt auch der Rahmen für die Höhe von Kreditvergaben. So sei das Ziel, das hinter dem Zusammenschluss stehe, sagt Andreas Theis vom Vorstand der Volksbank Bitburg, langfristig leistungsfähig zu bleiben.

Dabei geht es nicht nur um reine Zahlen: "Der eine macht immer irgendwie etwas besser als der andere", sagt Bersch - man könne also nur voneinander profitieren. Das gilt dann auch nicht zuletzt für die Region: Kein Arbeitsplatz gehe fusionsbedingt verloren, verspricht Bersch. Auch Filialschließungen seien nicht geplant - sie würden wie immer stets davon abhängen, wie gut eine Filiale genutzt werde.

Ein bisschen Planung braucht das Ganze noch, dann aber könne die Eintragung in das Genossenschaftsregister im Juli erfolgen, und die technische Fusion - das Zusammenführen der Daten - im September, sagt Andreas Theis. Der Zusammenschluss aber gelte rückwirkend zum 1. Januar 2016.

Die Kollegen in Prüm, sagt er, hätten das vergangene Woche schon gut auf den Punkt gebracht: Es gebe nun ein genossenschaftliches Oberzentrum in Koblenz und eins in Trier, und "in der Mitte liegt die Eifel".

Doch ein neuer Anfang bringt auch Abschiede mit sich. "Mein geschätzter Kollege Rainer Berlingen und ich werden aussteigen", sagt Bersch. Andreas Theis und Michael Simonis führen künftig als Vorstand die Volksbank Eifel. Eine bewusste Entscheidung: "Wir Alten, wenn man so will, machen den Weg frei für die neue Bank." Eine Bank, die auch nach der Fusion das bleiben soll, was sie immer sein wollte: eine für die Region.
Meinung

Foto: Birgit Keiser

Nicht die erste, nicht die letzte
Die erste Fusion ist das ja nicht für die Volksbank Bitburg. Zuletzt kam 2009 die Raiffeisenbank östliche Südeifel dazu. Dagegen ist dieser Zusammenschluss nun ein ganz anderes Kaliber. Und einer, der in die Zukunft weist. Dabei ist es mal wieder der Name, der irgendwie alles sagt: Eifel eben. Ein genossenschaftlicher Verbund, der gewiss weiter wachsen wird. Denn die letzte Fusion wird auch das nicht gewesen sein.
e.blaedel@volksfreund.de