1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Einweihung der Gedenkstele wird ein zweites Mal verschoben

Wegen Corona erneut abgesagt : Einweihung der Bitburger Gedenkstele wird ein zweites Mal verschoben

Sie steht schon seit gut einem halben Jahr, die Gedenkstele für die von den Nazis ermordeten und deportierten Juden am Bitburger Markt. Enthüllt wurde das Mahnmal des Wittlicher Künstlers Sebastian Langner bereits im Frühjahr.

Doch ordentlich eingeweit werden, konnte „der Riss“ bislang nicht.

Die erste Gedenkfeier, die eigentlich für den 8. Mai angesetzt war, musste die Stadt verschieben. Und nun hat die Corona-Pandemie der Gemeinde erneut einen Strich durch die Rechnung gemacht. Denn auch der neue Termin, am 9. November, wird nicht zu halten sein, wie es jetzt aus dem Rathaus heißt. Wegen des derzeitigen Infektionsgeschehens hat Bürgermeister Joachim Kandels (CDU) die offizielle Einweihung zum zweiten Mal abgesagt.

Auch für Stephan Garçon vom Arbeitskreis Gedenken war dieser Schritt „nachvollziehbar und wohl unumgänglich“. Der Bitburger plädiert allerdings dafür, die Veranstaltung ins nächste Jahr nun nicht ganz fallenzulassen. Sondern ins nächste Jahr zu verschieben.

Dies, sagt Garçon, sei man den im Holocaust ermordeten Juden und ihren Angehörigen schuldig, die 75 Jahre lang auf ein Mahnmal hatten warten müssen: „Die Würde und Betroffenheit, die eine Einweihungsfeier ausstrahlt“, sei nicht zu ersetzen.

Wann die Pandemie eine solche Veranstaltung wieder zulässt, ist noch nicht absehbar. Und so steht auch noch kein neuer Termin fest.

Ganz ohne Würdigung der Stele will Bürgermeister Kandels den 9 November aber nicht verstreichen lassen. Und so wird an dem Tag zumindest ein Gespräch mit dem Künstler Sebastian Langner, zwei Vertretern des Arbeitskreises Gedenken und dem Beauftragten der Ministerpräsidentin für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen des Landes Rheinland-Pfalz, Dieter Burgard, im Rathaus stattfinden.

Dabei soll die Öffentlichkeit über die Bedeutung des Mahnmals und die Hintergründe zur Errichtung informiert werden, kündigt die Stadt an.