EISENBAHN

Zu unserem Bericht "Mut zur Lücke" (TV vom 10. Januar) schreibt dieser Leser:

Seit Jahren verfolge ich das Engagement der Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH (RSE) zum Erhalt der Schieneninfrastruktur zwischen Gerolstein und Prüm. Eigentlich sollte doch jede Kommune heute froh sein, wenn sich ein privates Unternehmen um den Anschluss an das umweltfreundliche Bahnnetz bemüht. Leider musste die RSE 2014 erst im Klageverfahren gegen das Land Rheinland-Pfalz eine zehnjährige Betriebserlaubnis vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Koblenz erstreiten. Vor diesem Hintergrund bin ich irritiert, dass der Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Gerolstein, Harald Enders, als Vertreter des Landes im Volksfreund mit der Aussage zitiert wird: "Sobald die Bahnstrecke Gerolstein-Prüm entwidmet ist, kaufe ich Ihnen diese Strecke ab, um dort einen Radweg zu bauen." Will er denn die Strecke aus eigener, privater Tasche kaufen? Im Landesinteresse kann Herr Enders vor dem Hintergrund einer verlorenen Klage kaum gesprochen haben. Ferner hat die aktuelle Ampelregierung in Mainz aus SPD, FDP und Grünen im Koalitionsvertrag den Schutz von Bahntrassen vor der Entwidmung vereinbart. Sollte der Leiter eines Amtes für "Mobilität" seinen Dienstauftrag nicht auch als Aufgabe für alle Verkehrsträger - also auch für die Schiene - verstehen? Inwieweit der jetzt geplante Abbau der Bahnbrücke über die B 410 vor dem Hintergrund des OVG-Urteils tatsächlich rechtlich einwandfrei ist, sollte der LBM-Chef, beziehungsweise das zuständige Verkehrsministerium in Mainz besser noch einmal abklopfen - sonst droht eventuell die nächste Schlappe. Michael Frömming, Mainz