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Eisenbahnfreunde vor Gericht - 17-Jähriger von Dampflok überrollt

Eisenbahnfreunde vor Gericht - 17-Jähriger von Dampflok überrollt

2010 wurde ein 17-Jähriger im Ulmener Bahnhof beim sogenannten Dampfspektakel von einer Dampflok erfasst und getötet. Das Urteil wird am 5. November verkündet.

Cochen/Ulmen. Ein 17-Jähriger aus dem Westerwald bezahlte seine Begeisterung für die historische Eisenbahn beim sogenannten Dampfspektakel am Karsamstag 2010 im Ulmener Bahnhof mit dem Leben. Der Junge, der auf einer Dampflok (N 11) als Heizer-Lehrling mitfuhr, wurde bei der Reparatur seiner auf einem Nebengleis stehenden Maschine von einer in den Bahnhof einfahrenden Lok (N 16) erfasst und getötet. Der aus Nordrhein-Westfalen stammende 46-jährige Fahrer der N 16, der aus Hessen kommende 56-jährige Fahrer der N 11 und deren Heizer (44) aus dem Westerwald mussten sich vor dem Amtsgericht in Cochem wegen fahrlässiger Tötung des 17-Jährigen verantworten. Die Staatsanwaltschaft sah den Vorwurf der fahrlässigen Tötung durch Verstoß gegen die Sammlung betrieblicher Vorschriften (SBV), mangelnde Sorgfaltspflicht und Missachtung der Unfallverhütungsvorschriften bestätigt. Ihr Antrag: Bewährungsstrafen von einem Jahr für den Lokführer der N 16 und jeweils 10 Monate für die Eisenbahner der N 11. Der Sachverständige der Staatsanwaltschaft stellte fest, dass der Zug mit der N 16 mit 40 Kilometer pro Stunde zu schnell in den Ulmener Bahnhof eingefahren sei. Erlaubt seien nur 30 Kilometer pro Stunde. Es sei auch versäumt worden, das Einfahrtgleis für die Zeit der Reparatur der N 11 zu sperren. bm