Eiserner Garten erhält barockes Grün zurück

Eiserner Garten erhält barockes Grün zurück

MALBERG. Die Finanzierung steht, der Beschluss steht noch aus: Am heutigen Dienstag entscheidet der Verbandsgemeinderat Kyllburg über die Sanierung des Eisernen Gartens der Schlossanlage Malberg.

Da dürfte die Entscheidung nicht schwer fallen: Heute beraten die Mitglieder des Verbandsgemeinderats Kyllburg, ob sie der Sanierung des Eisernen Gartens der Schlossanlage Malberg zustimmen. Das Schöne an der Sache ist: Die Rekultivierung kostet die VG keinen Pfennig. Die Kosten von rund 60 000 Euro werden zur Hälfte von der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur gedeckt. Die übrigen 30 000 Euro werden vom Förderverein Schloss Malberg (22 500 Euro), der Kulturstiftung der Kreissparkassen Bitburg-Prüm (3000 Euro) und der Dr.- Hanns-Simon-Stiftung (5000 Euro) finanziert. Vorausgegangen war ein Gutachten der Landschaftsarchitektin Stella Junker-Mielke (Worms), die sich auf historische Gärten spezialisiert hat. Finanzierung steht, nur Beschluss fehlt

"Die Finanzierung steht, jetzt fehlt nur noch der Beschluss", sagt Bernhard Gies, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Malberg. Bei positivem Beschluss durch den VG-Rat könne noch im März mit den Arbeiten begonnen werden, hofft er. Eilig mit dem Start der Bauarbeiten hat es auch VG-Bürgermeister Bernd Spindler. Vorausgesetzt, der Rat stimmt positiv über das Vorhaben ab. Doch da hat Spindler kaum Bedenken, zumal der Förderverein zugesagt hat, die Kosten für die Gartenpflege in den ersten fünf Jahren zu tragen. Die Rekultivierung des Gartens sei nötig, da durch eine Baumaßnahme Teile zerstört worden sind, sagt Gies. So müsse die Terrasse im südlichen Bereich komplett saniert werden. Außerdem stehen an: Bepflanzung nach historischem Vorbild und Pflege der vorhandenen Flora. Ebenfalls geplant ist der teilweise Rückbau der Bruchsteinmauer, die anstelle des ehemaligen Staketenzauns gebaut wurde. "Dadurch eröffnet sich dem Besucher ein wunderbarer Blick auf den Garten und ins Kylltal hinab", sagt Gies. Bereits abgeschlossen ist die Restaurierung der schmiedeeisernen Tore, denen der Eiserne Garten wahrscheinlich seinen Namen verdankt. In einem Aufsatz von VG-Bürgermeister Bernd Spindler für den Schlossboten steht, dass der Eiserne Garten zeitgleich mit dem Alten Brauhaus um 1713 entstanden sei. In dieser Zeit wurden auch die barocken Neubauten von Matteo Alberti auf Schloss Malberg errichtet. Spindler hofft, dass der Garten möglicherweise schon zum Tag des offenen Denkmals im September der Öffentlichkeit präsentiert werden kann. Für Gies ist der Eiserne Garten eines der "allerschönsten Stücke vom ganzen Schloss überhaupt". Noch zwei Projekte liegen ihm besonders am Herzen. Das ist zum einen die Fortführung der im vergangenen Jahr begonnenen Reihe "Piano auf Schloss Malberg". Für ein weiteres Konzert im Juni hat der Förderverein wieder eine Förderzusage erhalten. Zum anderen hat Gies den Schlossboten aus der Taufe gehoben, eine Vereinszeitschrift mit einer Auflage von 650 Exemplaren. "Unsere Aufgabe als Förderverein ist auch, die Bedeutung von Schloss Malberg ins Bewusstsein der Leute zu rücken, und dafür ist der Schlossbote ein tolles Medium", sagt er. Die nächste Mitgliederversammlung des Fördervereins Schloss Malberg ist am 28. April um 20 Uhr in der Schlosskapelle. Bereits um 18 Uhr laden Josef Hilden und Peter Weis von der VG Kyllburg am gleichen Tag alle Interessierten zur Schlossbesichtigung ein. Um 19 Uhr zeigt die Landschaftsarchitektin Stella Junker-Mielke einen Lichtbildvortrag über die Historie des Eisernen Gartens und die vorgesehenen Rekultivierungsarbeiten.

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