Elektriker aus der Eifel tritt als Schauspieler in dem Stück „Ladies Night“ in Trier auf.

Kultur : Vom Elektriker zum Schauspieler: Ralinger kommt mit Stück „Ladies Night“ in die Trierer Tufa

Thomas Peters hat beim RWE gekündigt, um sich der Schauspielerei zu widmen. Nun ist er in „Ladies Night“ zu sehen.

Es sei ja nicht so, dass ihm sein Job damals keinen Spaß gemacht habe. Im Gegenteil: „Die Steigeisen habe ich immer noch“, sagt Thomas Peters. „Und ich schaue mir auch immer noch jede Umspann-Anlage und jede Stromleitung an“, fügt er lachend hinzu. Als Elektriker hat Peters Mitte der 90-er beim RWE gearbeitet, ist auf viele Strommasten geklettert. Ein guter Job mit einem ordentlichen Gehalt. Und mit einem unbefristeten Vertrag - den der damals 23-Jährige dann 1996 zum Leidwesen seiner Eltern kündigte, um professionell zu singen und zu tanzen. Wobei diese Entscheidung nicht völlig aus dem Nichts kam.

Wie es ist, auf der Bühne zu stehen, wusste der aus Ralingen stammende Elektriker bereits. Als Sänger der Eifeler Coverband „Exit“ hatte er erste Erfahrungen gesammelt. Danach dann die Gründung von „Skandal“, einer Deutschrock-Band mit eigenen Texten. „Wir hätten damit ganz sicher keinen Durchbruch erlangt“, resümiert der heute 44-Jährige, „aber wir hatten durchaus ein paar Sachen, die bei den Leuten gut ankamen.“ Die Woche über kletterte er als Elektriker auf Strommasten und am Wochenende als Musiker auf Bühnen. „Ich war das ganze Wochenende über unterwegs“, sagt Peters. „Irgendwann habe ich dann gespürt, dass ich daraus mehr machen will.“ Und so zog Peters zunächst nach Köln und von dort nach Wien, wo er am Konservatorium Schauspiel, Gesang und Tanz studierte. „Bis dahin dachte ich, dass ich vor allem singen und tanzen möchte“, sagt der 44-Jährige. Dann habe er die Freude an der Schauspielerei entdeckt.

Bereits während der Ausbildung übernahm Peters erste Rollen. Als Deutscher habe er des Öfteren den Nazi spielen müssen, erzählt der Eifler, der – wie er sagt – schon so seine Schwierigkeiten mit der Wiener Mentalität hatte. Ein Rheinländer tickt eben doch etwas anders. Nach der Ausbildung blieb er noch einige Zeit in Wien, bevor es ihn dann wieder nach Deutschland zog. Zunächst nach Mainz und 2006 schließlich nach Köln, wo er seitdem lebt und arbeitet. Und wo sich der  Familienvater  wohlfühlt.

Als freier Schauspieler, Sänger und Regisseur hat Peters inzwischen an vielen Projekten deutschlandweit mitgewirkt. „Ich habe in der Regel zwischen sieben und zehn Jobs parallel am Laufen“, sagt er grinsend. Und dazu gehören unter anderem auch die Erlebnisführungen, die ihn regelmäßig nach Trier führen. Entweder weiht er als römischer Zenturio die Besucher in die Geheimnisse der Porta Nigra ein oder er führt sie als Teufel durch das mystische Mittelalter der Stadt.

Am 14. März kommt Peters ein weiteres Mal nach Trier. Dann allerdings nicht in römischer Rüstung oder teuflischem Gewand, sondern nackt. Der Schauspieler aus der Eifel wirkt nämlich mit in dem Stück „Ladies Night“ des Fischer & Jung Ensembles. Peters spielt dabei einen von fünf arbeitslosen Männern, die aus lauter Not auf die Idee kommen, zu strippen – ganz nach dem Vorbild der Chippendales. Weltweit bekannt wurde der Stoff dieser Komödie durch den britischen, Oscar-prämierten Film „The full monty“ (deutscher Titel: Ganz oder gar nicht).

Seit 2005 tourt das Ensemble mit Ladies Night durch Deutschland. Und  mehr als 300 000 Besucher haben das Stück schon gesehen. Sämtliche Rollen der Komödie sind mehrfach besetzt, sodass sich die Schauspieler bei den Aufführungen abwechseln. Beim Auftritt in der Trierer Tufa wollte Peters aber  dabei sein. Bereits im vergangenen Jahr stand er mit dem Ensemble in Trier auf der Bühne. Und am 14. März wird der 44-Jährige erneut die Hüllen fallen lassen. „Und zwar alle“, sagt er. Es ist  wie damals mit der Entscheidung, den alten Job an den Nagel zu hängen, um was komplett anderes zu machen. Keine halben Sachen. Wenn schon, denn schon. Ganz oder gar nicht.

Mehr von Volksfreund