1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Eltern in der Verbandsgemeinde Prüm wünschen Präsenzunterricht für Grundschüler

Pandemie und Haushalt Themen im Verbandsgemeinderat : Eltern besorgt über Unterrichtsausfall

Thema der jüngsten Sitzung des Prümer Verbandsgemeinderats war der Haushalt 2021. Emotional wurde es in der Einwohnerfragestunde, in der Eltern die Rückkehr zum Präsenzunterricht an den Grundschulen forderten.

Seit ziemlich genau einem Jahr gibt es pandemiebedingt Einschränkungen in vielen Bereichen. Besonders betroffen sind die Schüler, die zumeist zu Hause oder in Wechselschichten an den Schulen unterrichtet werden. Die SPD-Fraktion im Verbandsgemeinderat Prüm will das nicht länger hinnehmen. In einem Antrag wurde die Frage gestellt, ob die VG als Schulträger an den Standorten Bleialf, Pronsfeld und Prüm angemessene Räumlichkeiten organisieren könne, in die Klassen ausgelagert werden, sodass das Ausmaß an Wechselunterricht reduziert oder ganz eingestellt werden kann.

Dasselbe wünschten sich auch Achim Kinnen aus Pronsfeld, Björn Hack aus Pittenbach und Marco Ringer aus Prüm, die alle Kinder in den betroffenen Grundschulen haben und sich bei der Einwohnerfragestunde zu Wort meldeten. „Die Kinder sind diejenigen, die am meisten unter den pandemiebedingten Einschränkungen zu leiden haben“, sagte Kinnen. 115 Schultage seien seit Beginn der Pandemie ausgefallen, „die holen wir nicht wieder ein“, so seine Sorge. Zum Schutz der Kinder fordert er den Einsatz von CO2-Ampeln und Raumluftfiltern. Björn Hack, dessen zwei Kinder ebenfalls die Schule in Pronsfeld besuchen, möchte, dass diese wieder Unterricht vor Ort haben.

„Ich denke, dass die Kinder momentan ganz weit hinten angestellt werden.“ Er habe mit vielen Eltern telefoniert und überall Leid gehört. „Ich finde es traurig und beschämend, dass wir Erwachsenen so lange zugeguckt haben. Wir dürfen unsere Kinder nicht im Stich lassen“, appellierte er.

„Natürlich würde ich mich über Raumluftfilter freuen, aber es ändert nichts daran, dass wir keine ganzen Klassen unterrichten können“, sagt Sabine Hansen, Schulleiterin der Pronsfelder Grundschule. Denn man müsse die vom Land vorgegebene Abstandsregel von 1,50 Meter einhalten, und das gäben manche Klassenräume nicht her. Der Versuch, in der Turnhalle eine Klasse zu unterrichten, sei bei Teilen der Eltern auf massiven Widerstand gestoßen.

Ebenso problematisch erwies sich der Umzug in ein ungenutztes Gasthaus oder ins Gemeindehaus. Zuvor hätten Fluchtwege und Toilettenanlagen gemäß der Vorgaben eingerichtet werden müssen. „Ich verstehe die Eltern. Mir wäre es auch lieber, ich könnte zurück zum Präsenzunterricht, aber nicht mit aller Gewalt. Die Kinder müssen sich auch wohlfühlen, und die Gesundheit geht vor“, sagt sie.

Der Prümer VG-Bürgermeister Aloysius Söhngen möchte das Schulproblem zum Thema in der nächsten Sitzung machen. „Wir überlegen, generell in unsere Grundschulen vernünftige Lüftungssysteme einzubauen und arbeiten an einer Lösung“, sagt er. Das Problem sei nur, dass diese starke Energiefresser seien und damit nicht CO2-neutral. Er versprach, dem Rat in drei Monaten eine entscheidungsreife Vorlage vorzulegen. Bis dahin gelte, weiterhin die Räume gut zu lüften. Größere Räume zu beschaffen oder doppelt so viele Lehrkräfte einzustellen, um Präsenzunterricht zu ermöglichen, erteilte er jedoch eine klare Absage: „Das ist knapp gesagt illusorisch.“

Völlig real waren hingegen die erfreulichen Zahlen des Haushalts 2021 (der TV berichtete). So beträgt die freie Finanzspitze rund 674 000 Euro. Durch die Bank gab es Lob von allen Fraktionen. Klaus Keil, Sprecher der CDU-Fraktion, sagte, dass die VG Prüm seit 2013 nur eine Umlage von 29 Prozent erhebe – kreisweit die niedrigste. Die Investitionen in die Feuerwehren halte er für richtig und wichtig. Ebenso unterstütze die CDU den Ausbau der Radwege und Investitionen in die touristische Infrastruktur, wie etwa am Schwarzen Mann. Das hörte Barbara Hiltawski gerne, denn der SPD-Fraktion ist die Aufwertung des Schwarzen Mannes schon lange ein Anliegen. Lobende Worte über den Haushalt gab es auch von den anderen Fraktionen.

Mehrheitlich, bei sechs Gegenstimmen, wurde der Flächennutzungsplan, Teilbereich Windkraft, formal beschlossen. Dieser wird nun der Kreisverwaltung zur Genehmigung vorgelegt.