1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Ende der Tristesse: Bad-Verkauf steht bevor

Ende der Tristesse: Bad-Verkauf steht bevor

Die Freibadsaison 2012 in Oberweis ist für die Verbandsgemeinde (VG) Bitburg-Land wohl die letzte gewesen, für deren Verluste sie geradestehen muss. Der VG-Rat hat den Verkauf des Freibads sowie des Campingplatzes an die Pächterfamilie Köhler beschlossen. Spätestens Anfang 2013 soll die Anlage für 300 000 Euro verkauft werden.

Bitburg/Oberweis. In den Haushaltsreden des Verbandsgemeinderats Bitburg-Land hat das Prümtal Freizeitzentrum Oberweis seit Jahren seinen festen Platz. Allerdings nicht, weil es dort so schön ist, sondern weil die Anlage jedes Jahr Verluste von bis zu 200 000 Euro beschert.
Die Verfasser dieser Haushaltsreden haben deshalb in den vergangenen Jahren immer stärker darauf gedrängt, das Freizeitzentrum zu verkaufen - und dabei fast den Glauben daran verloren, auf die Erwähnung des Dauerdefizits irgendwann tatsächlich verzichten zu können. Doch nun zeichnet sich das Ende dieser Situation ab.
Der Rat hat im Sommer den Verkauf der Anlage beschlossen (der TV berichtete). Und wenn am 13. Dezember die nächste Haushaltssitzung ansteht, dann wird das defizitäre Objekt zwar noch immer im Besitz der VG sein, das allerdings nicht mehr lange. Davon geht zumindest Verwaltungschef Josef Junk aus. Der Plan sei der, die Anlage bis zum Jahresende zu verkaufen, sagt der Bürgermeister der VG Bitburg-Land, "oder aber zumindest so weit zu sein, dass die Verträge notariell unterzeichnet werden können."
Es gebe derzeit noch einige Aspekte, die zu klären seien, erklärt Junk. Dazu zähle die genaue Abgrenzung des Bereichs um den Sportplatz. Der Fußballrasen bleibt nämlich weiterhin im Besitz der Verbandsgemeinde, wohingegen der drumherum liegende Campingplatz sowie das Freibad an den Campingplatzpächter verkauft werden sollen. Ein weiterer Knackpunkt sei die Parksituation vor der Freizeitanlage und dem dortigen Restaurant des zukünftigen Campingplatzeigentümers.
Noch Klärungsbedarf


"Wenn die Fußballspieler sonntags genau zur Mittagszeit davor parken, denken die Leute, die zum Essen kommen, dass im Restaurant alles voll ist, und fahren wieder weg", sagt Junk und verweist auf Abstimmungsgespräche zwischen allen Beteiligten: der VG, der Ortsgemeinde, dem Käufer sowie den Vereinen.
Für rund 300 000 Euro werden der Campingplatz sowie das Freibad verkauft, wobei das Schwimmbad gerade mal einen Euro kostet. Das ist deshalb so billig, weil der Betrieb eines Freibads aus wirtschaftlicher Sicht wenig reizvoll ist. Das weiß auch der Käufer, der die starke Auslastung seiner Anlage jedoch nicht zuletzt dem angrenzenden Freibad verdankt. Und die Option, dass der Käufer nur den umsatzträchtigen Campingplatz übernimmt, das defizitäre Freibad aber weiterhin im Eigentum der VG bleibt, war für die Verbandsgemeinde von Anfang an kein Thema. Da der Verkauf wahrscheinlich erst Anfang kommenden Jahres über die Bühne gehen wird, ist die Oberweiser Anlage als Kostenfaktor im bereits erstellten Haushaltsentwurf für 2013 erneut enthalten. "Wir arbeiten mit fiktiven Planzahlen", sagt Junk, der jedoch hofft, dass es bei dieser Fiktion auch bleibt. Sobald die Anlage verkauft sei, könne auch der Betriebszweig "Prümtal Freizeitzentrum Oberweis" aufgelöst werden.Extra

Durch die jährliche Einsparung des 200 000-Euro-Defizits hätte die VG Bitburg-Land theoretisch die Möglichkeit, die Verbandsgemeinde-Umlage zu senken. Derzeit geben die Ortsgemeinden 44 Prozent ihrer Einnahmen an die Verbandsgemeinde ab. Mit dem Verkauf der Oberweiser Anlage könnte diese Umlage laut Junk auf 42 Prozent gesenkt werden. Doch mit Blick auf die anstehende Fusion mit der VG Kyllburg und der dortigen Umlage von 46,5 Prozent ist eine Senkung für den Verwaltungschef kein Thema. Zudem gebe es genügend andere Bereiche, wie das Feuerwehrwesen, wo in den kommenden Jahren für den Bau neuer Gerätehäuser große Investitionen anstünden. uheExtra

Bis 1975 war die Ortsgemeinde Eigentümerin von Camping- und Sportplatz. Dann ging die Anlage in das Eigentum der VG Bitburg-Land über, die diese seit 1989 verpachtet. Als 2005 bekannt wurde, dass die VG an den Pächter verkaufen will, forderte die Gemeinde die aus ihrer Sicht unrechtmäßig übertragene Sportstätte zurück, worauf aus Sicht des Oberverwaltungsgerichts (Urteil von 2007) und des Bundesverwaltungsgerichts (2008) jedoch kein Anspruch besteht. Um dennoch zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen, wurde deshalb im Herbst 2011 ein Mediator eingeschaltet, dessen Abschlussempfehlung nun weitgehend umgesetzt wird. uhe