Endgültig verschmolzen

BITBURG. Ohne Gegenstimme haben die Vertreter der Volksbank Bitburg am Freitagabend der Fusion mit der Raiffeisenbank Neuerburg-Land zugestimmt. Auch bei den übrigen Abstimmungen waren sich annähernd alle einer Meinung.

Für besonders viel Aufregung sorgt der abschließende Vorgang des Fusionierens an diesem Abend im Haus Beda nicht. Möglicherweise ist es den über 100 anwesenden Vertretern der Volksbank Bitburg einfach zu warm. Die große Anzeige auf der Fassade der gegenüber liegenden Kreissparkasse zeigt erst die Uhrzeit (20.41 Uhr), dann wieder die Temperatur (25 Grad). Bestes Grillwetter, das die Genossenschaftler nicht zum Bruzzeln von Würstchen, sondern zur endgültigen Verschmelzung zweier Unternehmen nutzen. Wenige Tage zuvor haben bereits die Vertreter der Raiffeisenbank Neuerburg-Land dem Vorhaben mit 230 Ja- und vier Nein-Stimmen ihren Segen gegeben (der TV berichtete). Fragen oder Kritik gab es dort zur Fusion ihrer Raiba und der Volksbank Bitburg nur wenig - in Bitburg verzichten die 111 Stimmberechtigten darauf sogar vollständig. Ohne Einwand und Gegenstimme sind sie für die Übernahme der Neuerburger. Es sei eine "betriebswirtschaftlich gesunde und ausgezeichnet geführte Bank", sagt das Bitburger Volksbank-Vorstandsmitglied Peter Bersch, mit einer "verwandten Kultur", weil die Raiffeisenbank Neuerburg ähnlich menschlich mit ihren Mitarbeitern umgehe wie die Bitburger. Letztere, also die Angestellten der Volksbank, sitzen derweil aus Platzgründen unten im Foyer des Beda Hauses und verfolgen auf einer Leinwand, wie Bersch und sein Kollege Andreas Theis von der Verschmelzung zweier "fairer Partner" sprechen, von denen wenig später nur noch einer übrig bleibt. Doch bevor es dazu kommt, präsentieren Bersch und sein Vorstandskollege Andreas Theis die Bilanzen des vergangenen Geschäftsjahres. Mit einer Bilanzsumme von knapp 304 Millionen Euro hat die Volksbank Bitburg zum 31. Dezember 2005 abgeschlossen, was einer Steigerung von rund einem Prozent zu 2004 (301 Millionen Euro) entspricht, wenngleich das Wachstum im Jahr davor deutlich höher war (2003: 290 Millionen Euro).5,6 Prozent Dividende

Zufrieden seien Bersch und Theis dennoch, erklären und begründen beide und bekommen dafür zunächst vom Aufsichtsrat und anschließend von den geladenen Vertretern Lob, anerkennende Worte, Beifall und die unter Tagesordnungspunkt sechs aufgeführte Entlastung. Einigkeit herrscht auch bei der Verteilung der Dividende. Von insgesamt 627 684 Euro und fünf Cent (2004: knapp 626 Millionen Euro) sollen - ähnlich wie im Vorjahr - rund 300 000 Euro in Form von fünf Prozent Dividende und 0,6 Prozent Bonusdividende an die 10 480 Mitglieder ausgezahlt werden. Die Anwesenden stimmen auch diesem Vorschlag sowie der Wiederwahl der turnusgemäß ausgetretenen Aufsichtsratsmitglieder Willi Heyen und Manfred Meusel zu. Abschließend werden dann noch die beiden zukünftig den Aufsichtsrat ergänzenden Mitglieder der einstigen Raiffeisenbank Neuerburg-Land, Lothar Fallis und Alfons Begon, gewählt. Auch hier ohne Gegenstimme.

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