Endgültiger Abzug vom Schwarzen Mann

Endgültiger Abzug vom Schwarzen Mann

Das US-amerikanische Militär will endgültig vom Schwarzen Mann abziehen und die ehemalige Prüm Air-Station an die Bundesrepublik zurückgeben. Was aus dem Gelände werden soll, steht allerdings noch nicht fest. Möglich ist eine Übergabe an den Bundesforst.

Prüm. Hoch auf dem Schwarzen Mann steht seit 1953 die "Prüm Air-Station", eine ehemalige Radarstation der US-amerikanischen Streitkräfte zur Früherkennung von Flugzeugen. Doch seit dem Ende des Kalten Kriegs verlor die Anlage ihre Bedeutung. Wo früher bis zu 1000 Soldaten stationiert waren, verrichteten nur noch 38 Männer der 886. Fernmelde-Einheit der US-Luftwaffe ihren Dienst, um das amerikanische Militär mit Wetterdaten zu versorgen und sich um die Funkverbindungen zu kümmern - unter anderem im ersten Irakkrieg 1991.
Doch auch das ist lange vorbei. Das mehrere Hektar große Gelände liegt seitdem brach. Die noch bestehenden Anlagen rotten als Monument des Kalten Krieges vor sich hin. Offiziell fällt es allerdings immer noch in die Zuständigkeit des amerikanischen Verteidigungsministeriums und Schilder am Zaun weisen auf das militärische Sperrgebiet hin. Nun hat das Pentagon angekündigt, das Gelände an die Bundesrepublik Deutschland zurückzugeben - vor allem aus Kostengründen.
Wie die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) in Bonn mitteilt, ist allerdings noch kein fester Übergabetermin fixiert. Zuvor soll es noch im Oktober einen Ortstermin geben, bei dem sich die Beteiligten das Gelände anschauen. "Dabei wird festgestellt, ob sich die Liegenschaft in einem Zustand befindet, der eine Rücknahme von den Streitkräften zulässt", sagt Olga Rüffer von der Pressestelle der Bima in Bonn. Falls nicht, werde festgelegt, was die US-Streitkräfte noch vor der Übergabe zu erledigen hätten. "In aller Regel handelt es sich dabei um Verkehrssicherungsmaßnahmen", sagt Rüffer. Wenn beispielsweise Gebäude in keinem sicheren Zustand mehr seien, werden sie gegebenenfalls abgerissen. Ist das abgeschlossen, werden die Rückgabedokumente unterzeichnet und die Liegenschaft förmlich an die Bima übergeben. Damit endet auch der Status als militärisches Sperrgebiet.
Was konkret mit der Air-Station passieren wird, steht bislang noch nicht fest. Ein großer Teil sei bereits im September 2007 zurückgegeben worden. "Diese Flächen werden derzeit bereits von der Sparte Bundesforst der Bima verwaltet", sagt Rüffer. Von daher liege es nahe, dass auch der Rest in die Verwaltung des Bundesforstes übergehe. Darüber hinausgehende Überlegungen gebe es derzeit noch nicht, weil die US-Streitkräfte die Bima erst Ende September über ihren geplanten Schritt informiert hätten.
Mit der Rückgabe der Prüm Air-Station wird das Kapitel der amerikanischen Streitkräfte in Prüm endgültig abgeschlossen. Die ehemalige Housing am Prümer Stadtwald wurde bereits Anfang der 90er Jahre zurückgegeben und in einem großen Konversionsprojekt für mehrere Millionen Euro in ein Wohngebiet umgewandelt.