Corona und seine Auswirkungen : Endlich Hunderte Überstunden abbauen? So ist die Lage in den Gesundheitsämtern

Die Zahl der Corona-Infektionen in Eifel und Vulkaneifel geht zurück, die Isolationspflicht im Land ist passé. Bedeutet das, dass in den Gesundheitsämtern etwas Ruhe einkehrt?

Da steht man jetzt also auf dem Weihnachtsmarkt. Fühlt sich irgendwie ein bisschen an, wie früher. Eng an eng. Kaum Masken. Lachen. War da noch was? Pandemie? Scheint vorbei. Ein Anschein, der auch durch die Aufhebung der Isolationspflicht aufkommt. Seit 26. November müssen sich in Rheinland-Pfalz Menschen, die positiv getestet wurden, nicht mehr absondern. Sie müssen allerdings in der Öffentlichkeit fünf Tage lang einen Mund-Nase-Schutz tragen. Damit ist es ihnen erlaubt, spazieren oder einkaufen zu gehen. Klingt schon entspannter als in den vergangenen Wintern. Entspannter, auch für die Gesundheitsämter?

Wir hören nach. Aus dem Gesundheitsamt in Bitburg kamen während der Pandemie immer wieder Aussagen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssten viel Mehrarbeit leisten. Etwas, das Thomas Konder, Sprecher des Eifelkreises Bitburg-Prüm, bestätigt: „Es wurden sehr viele Überstunden geleistet, bei Einzelpersonen sogar mehrere Hundert Überstunden.“ Allerdings hätten die Mitarbeiter die letzten, etwas ruhigeren Wochen auch zum Abbau genutzt. Ein Abbaubedarf bestehe jetzt also nicht mehr.

Im Moment entspanne sich die Situation in Bezug auf den durch Corona verursachten Mehraufwand. „Doch natürlich sind während der Pandemie auch Dinge zurückgestellt worden, die jetzt aufgearbeitet werden müssen. Diese Aufgaben betreffen aber in erster Linie unser Fachpersonal im medizinischen Bereich“, sagt Konder.

Die Überstunden mussten geleistet werden, obwohl mehr Personal als vor der Pandemie vorhanden war: „Wir haben viele Beschäftigte aus anderen Bereichen sowie zusätzlich vom Bund finanziertes Personal im Gesundheitsamt eingesetzt“, sagt Konder. Hinzu kam die Bundeswehrunterstützung. Befristet sei außerdem zusätzliches Personal eingestellt worden. Müssen Mitarbeiter entlassen werden, wenn Aufgaben wegfallen? „Aktuell sind noch zwei Mitarbeiter/innen zusätzlich beschäftigt, denen nun andere Aufgaben zugewiesen werden.“

Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Vulkaneifel. Auch dort gibt esnach Aussage der Sprecherin des Landkreises Vulkaneifel, Verena Bernardy, keine Entlassungen: „Abgesehen von noch laufenden Zeitverträgen eigens zur Bewältigung der Corona-Pandemie eingestellter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen weder Mitarbeiter entlassen werden, noch in andere Verwaltungsbereiche zurück wechseln.“

Das liegt auch daran, dass es im Gesundheitsamt weiter einiges zu tun gibt. „Auch wenn die Isolationspflicht weg fällt, fallen damit nicht gleichzeitig die Meldepflicht der Erkrankung und der damit verbundene Verwaltungs- und arbeitstechnische Mehraufwand weg“, sagt Bernardy. Der Personalbedarf bestehe sowohl diesbezüglich als auch im Rahmen der Digitalisierung zurückliegender und kommender Prozesse sowie noch bestehender abzubauernder Arbeitsüberhänge weiterhin.

Aber: Es werden weniger Meldungen erwartet. Das erklärt Thomas Konder vom Eifelkreis: „Ja, das ist zu erwarten. Durch den Wegfall der Absonderungspflicht wird nach unserer Einschätzung die Zahl der Testungen zurückgehen.“

Und, die wohl beste Nachricht: „Die Anzahl der positiven Meldungen ist deutlich zurück gegangen“, sagt Konder (siehe Extra).