Endstation Sehnsucht

Wer mich kennt, der weiß, dass mir stets am großen Ganzen gelegen ist. Ich bin halt eben der Mann fürs Globale. Deswegen war ich zu Beginn der Woche ja auch so enttäuscht, dass aus der Eifeler Sparkassen-Verschmelzung nichts geworden ist.



Da haben die Dauner ja mal wirklich Nägel mit Köpfen gemacht, das muss man ihnen lassen. Nun, ich will diese Sache an dieser Stelle aber nicht kommentieren; ich finde nämlich, so etwas hat hier einfach nichts zu suchen.

Allerdings wird man an jeder Straßenecke mit der Sache konfrontiert.

Vorgestern war ich zum Beispiel in der Buchhandlung meines Vertrauens, um mir dort den neuen Roman von Siegfried Lenz zu kaufen. "Schweigeminute" sagte ich, und schon knuffte mir ein Bekannter augenzwinkernd in die Seite und flüsterte mir ins Ohr, dass die nächste Kreistagssitzung auf Antrag der CDU mit einer Schweigeminute beginnen solle, wie er gehört habe.

Ehrlich gesagt, ein Lächeln konnte ich mir nicht verkneifen, zumal der Bekannte nachlegte und hemmungslos weiter lästerte.

Ihm sei beispielsweise auch zu Ohren gekommen, dass Michael Billen bereits an seiner Autobiografie arbeite. Der Titel des Buchs stehe noch nicht endgültig fest; entweder "Endstation Sehnsucht" oder in Anlehnung an Daniel Kehlmanns Bestseller "Die Vermessung der Welt": "Das Vermessen der Sparkasse".

Durch unser Lachen aufmerksam geworden, kam der Buchhändler auf uns zu und meinte, auch der Dauner CDU-Mann Gordon Schnieder habe bereits mit seinen Memoiren begonnen. Mit Blick auf die vielen schönen Maare und auf die Polit-Sümpfe, in denen man sich immer mal wieder zu bewegen habe, wolle er sein Werk "Feuchtgebiete" nennen.

Als ich meiner Frau Walburga davon erzählte, zeigte sie sich unbeeindruckt. Ja, auch sie habe davon gehört.

Sie wusste sogar noch mehr: Denn im Vulkaneifelkreis würde bereits an einem Film gedreht, der das Leben und die Leiden des Dauner Landrats Onnertz und seiner Mitstreiter gebührend würdigen solle. Titel: "Meuterei auf der Sparkass".

Bis bald,