Energie aus der Eifel soll Gaytal-Park anschieben

Energie aus der Eifel soll Gaytal-Park anschieben

BITBURG/KÖRPERICH. Nach dem Konzept der Agentur Futour soll das Thema "Erneuerbare Energie aus der Eifel" neue Besuchergruppen für den Gaytal-Park in Körperich erschließen und einheimischen Waldbesitzern nutzen.

Knapp ein Jahr nach der Vorstellung zweier Konzepte haben sich Vertreter von Kreis-, Verbands- und Ortsgemeinde-Ebene erneut intensiv mit der Zukunft des Gaytal-Parks befasst. Die Umweltbildungs-Einrichtung in Körperich wird derzeit mit reduziertem Programm gefahren, um das Defizit zu begrenzen (der TV berichtete). Konzept-Autor Verghese Varkki blieb der Versammlung trotz Einladung fern, weil der Zweckverband die Aufwandsentschädigung von 1500 Euro noch nicht an ihn ausgezahlt hat. Laut Landrat und stellvertretendem Verbandsvorsitzenden Roger Graef (CDU) war dies nicht möglich, weil Varkki noch keinen detaillierten Vorschlag vorgelegt habe.Zweckverband allein oder Arbeitsgruppe?

So blieb das Konzept der Agentur Futour übrig. Autor Dieter Popp verwies zunächst auf die geplante Vernetzung der Naturpark-Infozentren. Als Teil des übergreifenden "Masterplans" könne der Standort Körperich mit dem Thema "Regenerative Energie aus der Eifel" besetzt werden. Das passe nicht nur zur aktuellen Diskussion über steigende Öl- und Gaspreise, sondern biete auch Chancen für Waldbesitzer und Landwirte. "Ein Besuch im Gaytal-Park macht zwar betroffen, liefert aber keine praktische Hilfe zur Umsetzung im eigenen Haushalt oder Unternehmen", erklärte Popp. Das soll sich ändern: Die Firma Fröling Heizsysteme ist - als einzige der angeschriebenen Unternehmen - bereit, im Park Vorführgeräte einzubauen. Von der Forstverwaltung könnte ein Mitarbeiter des Schwerpunkts Holzenergieberatung/Biomassemanagement für den Park abgestellt werden. Die Gruppe "Regionen aktiv" denkt an einen Berater für Landwirte, angestellt beim Bauernverband. Die Abteilung Landwirtschaft im Landesministerium hat einen Zuschuss von 30 000 Euro in Aussicht gestellt. Wenn der Zweckverband die bestehende Ausstellung mit mindestens 150 000 Euro Eigenmitteln erweitert, will sich die Allianz-Stiftung an den Gesamtinvestitionen beteiligen. Außerdem sollen die Voraussetzungen zur Verpachtung einer Gastronomie im Park geschaffen werden. Das Eigenpersonal soll bei einer halben Stelle bleiben oder erhöht werden. Als künftige Träger kommen entweder der Zweckverband alleine oder eine Arbeitsgruppe aus mehreren Verbänden und Behörden in Frage. Graef bezeichnete es als "wunderbare Sache", erneuerbare Energien voran zu treiben. Lothar Penning (UBV) äußerte Bedenken wegen mangelnder Wettbewerbs-Neutralität, da nur eine Firma im Boot sitze. Das Konzept sei "nicht das Ding, dass den Park vom Graben auf die Straße reißt". Marzellus Boos (FWG) monierte die ungünstige Lage des Parks und die fehlende Einbeziehung von Firmen aus Belgien und Luxemburg. Wie bei touristischen Einrichtungen im Kreis Daun müssten Privatanbieter Gruppen anwerben und durch die Einrichtung führen. "Wenn wir die negativen Eindrücke in den Köpfen nicht umdrehen, hat der Park keine Chance", warb Michael Horper (CDU) um positives Denken. Rainer Hoffmann (SPD) wünschte sich konkretere Angaben: "Wie will man mit vier Schlagworten eine Entscheidung treffen?" Die Vertreter einigten sich darauf, dass Futour Ausfertigungen verschickt. Graefs Schlusswort: "Der Gaytal-Park wird auf keinen Fall geschlossen, denn sonst müssten wir erhebliche Baukosten zurückzahlen."