ENERGIE

Zu unserem Bericht "Zufriedene Befürworter, sprachlose Gegner" (TV vom 9. Mai) schreibt dieser Leser:

Die Würfel sind gefallen: im Römischen Reich, als Julius Cäsar den Rubikon überquerte, um seinen Machtanspruch in Rom militärisch durchzusetzen - wie nun auch in Bongard. Man darf fragen, was Cäsar mit der VG Kelberg zu tun hat. Sehr viel. Wenn man die noch existente Geschichtsstraße begeht, wird der Besucher erfahren, dass der Geschichtsweg Cäsarstraße genannt wird, da in den Jahren 57 bis 51 vor Christus der Feldherr Julius Cäsar den Kelberger Raum ohne Flächennutzungsplan eroberte, ohne Genehmigungen Straßen und Villen baute und die zurückgebliebenen Römer mit den ortskundigen Kelten den Hochkelberg besiedelten. Cäsar war ein erfolgreicher Feldherr, der mit "Blitzsiegen" seine Gegner niederrang und diese Triumphe mit "veni, vidi, vici" (ich kam, sah und siegte) protokollierte. Diese Worte hörte ich zwar nicht in Bongard, doch klang es süffisant ähnlich, wenn der Sitzungsleiter Anträge der "Gegner" mit dem immer wiederkehrenden Satz quittierte: "Wenn Sie wollen, können wir auch darüber abstimmen lassen". Und in der Regel stimmten auch immer wieder sieben für geringere Abstände der Windräder, fünf dagegen. Selbst beim Ferienpark in Gunderath blieb es bei einem Abstand von 1400 Metern - obwohl der Ferienpark sich für einen größeren Abstand ausgesprochen hatte. Für den Tourismus im Oberen Elztal war das ein schwarzer Tag, für den Ferienpark Center Parcs in Gunderath ein rabenschwarzer. Denn das Abstimmungsergebnis kam sogar dadurch zustande, dass sich der Ortsbürgermeister von Gunderath der Stimme enthielt und ein Parteikollege aus Uersfeld mit Ja stimmte. Gerade die Kommunalpolitiker des Oberen Elztales müssten doch wissen, welche Vorteile die umliegenden Gemeinden vom Ferienpark haben. Oder glauben sie etwa, die vor der Tür des Ferienparks stehenden Windräder würden die Feriengäste eher bewerben als abschrecken?! Jedes touristische Management befürchtet dadurch rückläufige Gästezahlen. Hinzu kommt: Der Ferienpark wird vor Ort erst mal Investitionen aufs Eis legen und bei spürbaren Rückgängen der Buchungen den befristeten Pachtvertrag eventuell auch nicht mehr verlängern! Dann verfügt der Besitzer alleine über die weitere Verwendung des Parks. Und vielleicht kommen dann genau die unter die Räder, die glaubten, in Bongard am Rad der Zukunft gedreht zu haben! Alfred Schuck, Uersfeld